Pilze, die Hauterkrankungen und Nagelinfektionen auslösen können, befinden sich überall in unserer Umgebung, vorzugsweise aber dort, wo es feucht und warm ist. Deshalb gelten öffentliche Schwimmbäder, Saunen, Duschkabinen und das familiäre Umfeld als Hauptinfektionsquellen. Normalerweise wird ein gesunder Nagel nicht so leicht befallen. 

Erst unter bestimmten Voraussetzungen, meist krankheitsbedingten oder mechanischen Schädigungen der Nägel, kommt es zu einer Infektion. In den meisten Fällen beginnt diese mit einer Verfärbung am vorderen Nagelrand. Die Pilze wandern in und unter der Nagelplatte bis zur Nagelbildungsstelle vor und lockern dabei die Nagelplatte weiter auf. 

Voraussetzungen für eine Nagelpilzinfektion: 

- Verletzungen des Nagels oder der Nagelhaut.
- Einrisse an den Nägeln.
- Häufiges Tragen von luftundurchlässigemengem Schuhwerk oder Kleidung (Turnschuhe, Gummistiefel oder Gummihandschuhe).
- Arbeit in feuchter Umgebung.
- Durchblutungsstörungen an Händen und Füßen (z.B. durch Diabetes etc.).
- Verlangsamtes Nagelwachstum (z.B. bei Senioren). Sie gedeihen besonders gut in luftundurchlässigen Schuhen, in Schwimmbädern und Saunaanlagen.

Daher gibt es einige Grundregeln, die Sie beherzigen können:

- Halten Sie Ihre Nägel kurzgeschnitten!
- Trocknen Sie Hände und Füße nach dem Baden gut ab!
- Trocknen Sie besonders auch die Zwischenzehenräume nach dem Waschen gut ab!
- Benutzen Sie Ihr eigenes Handtuch, welches regelmäßig bei 60° C gewaschen wird!
- Tragen Sie atmungsaktive Schuhe (Sandalen, Leder), wechseln Sie die Schuhe so oft wie möglich!
- Vermeiden Sie zu enges Schuhwerk, das Druckstellen verursachen kann.
- Laufen Sie nie barfuß in Schwimmbädern, Saunaanlagen, öffentlichen Duschen und Hotelzimmern!
- Wechseln Sie Ihre Socken täglich!
- Tragen Sie Socken, die mindestens bei 60° C gewaschen werden können und aus atmungsaktiven Materialien (Baumwolle, Wolle, Seide) hergestellt sind!
- Desinfizieren Sie Ihr Schuwerk ein Mal wöchentlich (erhältlich in unserem www.hautzentrum-trier.de, Apotheken, Fachhandel).

Nagelwachstumsstörungen, Schuppenflechtenägel und der Nagelpilz lassen sich nicht immer eindeutig unterscheiden. Deshalb haben wir ein mykologisches (Pilz-) Labor aufgebaut und können rasch und zeitnah die (Zwischen-)Ergebnisse abfragen. Wir nehmen regelmäßig an deutschlandweiten mykologischen Ringversuchen teil und erreichen mitunter sogar die Höchstpunktzahl.

Sollte bei Ihnen ein besonderes Infektionsrisiko vorliegen (Sie sind Diabetiker, erhalten Kortison-Tabletten, sind starker Raucher etc.) sollten Sie mit Dr. Steinmann die Pilz-Vorsorge besonders besprechen.

Die Therapie ist einfach, sollte nur zielgerichtet und konsequent durchgeführtwerden. Früher behandelte man hochdosiert über eine kurze Zeit, nun verordnen wir sehr niedrig dosiert Imidazole systemisch über eine längere Zeit, bis der Nagel überprüfbar geheilt ist. Imidazole speichern sich im Keratin des Nagels und schützen den gesund herauswachsenden Nagel. So schnell Ihr Nagel wächst (ca. 1-2 mm im Monat je nach Alter und Zeh), so schnell heilt der Nagelpilz.
Unterstützend arbeiten in unserer Praxis podologisch versierte Kosmetikerinnen und med. Fachassistentinnen, die neben der Fußpflege den kranken Nagel herunterfräsen und pilzbekämpfende Lacke auftragen. 
In bestimmten Fällen, bei denen Patienten Medikamente nicht vertragen oder diese bisher wirkungslos blieben, können wir den Pilz mit einem besonderen Nd/YAQ-Laser behandeln.

Quellen: Eigener Text und teils Zitate. Quellverzeichnis beim Verfasser.

Fußpilz entwickelt sich sehr häufig in den 4. Zehenzwischenräumen, besonders wenn die Zehen in wenig luftdichten Schuhen ihr Dasein fristen müssen. Von dort kann er sich auf die übrigen Zehenzwischenräume, den anderen Fuß, den Beinen, Armen, Händen und alle anderen Körperstellen ausbreiten. Je früher was gegen den Pilz unternommen wird, um so leichter läßt er sich heilen. Ist die Haut insbes. in den Zehenzwischenräumen mazeriert (weißlich aufgerissen) wird es schon schwierig. Dann heißt es für "Durchlüftung" zu sorgen, indem atmungsaktive Schuhe und Strümpfe getragen werden und verhindert wird, dass Zehenhaut auf Zehenhaut liegt. Hierzu helfen Mullbinden.

Diagnostisch steht unser eigenes mykologische Labor zu Verfügung (s. oben).

Zur Pflege und Prophylaxe gelten weiter oben (s. Nagelpilz) genannte Kriterien.

Therapeutisch sind m.E. Cremes Gelen und Sprays vorzuziehen. Dünn aufgetragen pflegen sie die Haut besser und geben ihr Kraft sich selbst zu heilen. Wir bevorzugen Imidazole und Amine.

Der größte Fehler, der zu oft begangen wird, ist zu früh aufzuhören. Wir empfehlen die Therapie  zwei bis vier Wochen über die letzten Symptome hinaus fortzusetzen. Anderenfalls kommt es rasch zum Rezidiv (Wiederauftreten) und zu Keimresistenzen. Die dann erneut begonnene Therapie greift dann evtl. nicht mehr. In diesem Fall sind andere Substanzklassen einzusetzen, evtl. Tabletten zu verordnen.

Unterstützend arbeiten in unserer Praxis podologisch versierte Kosmetikerinnen und med. Fachassistentinnen, die Ihnen eine fachgerechte medizinische Fußpflege (über Privatkassen erstattungsfähig) anbieten können. Selbstzahler können sich direkt im Kosmetischen Hautzentrum (https://www.hautzentrum-trier.de) melden.