Unser dermatologisches Spektrum

In unserer Haut- und Laserpraxis sind wir spezialisiert auf Dermatologie. 

Sie umfasst unter anderem die Erkennung und Behandlung von Hauttumoren (Dermatoonkologie), Erkrankungen der Übergangs-Schleimhäute und Hautanhangsgebilde (z.B. Trichologie), der Enddarmerkrankungen (Proktologie), die Allergologie, die ambulante ästhetische und plastische Dermatochirurgie, Erkrankungen des Mannes (Andrologie), physikalische Therapien wie verschiedene Lasertherapien, die Venenheilkunde (Phlebologie), Geschlechtskrankheiten (Venerologie), psychosomatische Störungen, die ästhetische Dermatotherapie und vereinzelt auch Naturheilverfahren

Gesundheit ist das Schweigen der Organe

Wenn man nichts von seinem Körper mitbekommt und keine Stelle nach Aufmerksamkeit schreit, dann ist man gesund. Wenn die Haut nach Aufmerksamkeit schreit, soll man diese mit Zuwendung stillen.

Das Arztgespräch (emphatische Zuwendung), Medikamente (Glaube), Pflege (Streicheleinheiten = Liebe) und Hoffnung sind essentiell für die Heilung und wirken auf wundersame Weise. 

Wir Ärzte sind Mittler zwischen Ihnen und der Erkrankung. Aber ohne eine gesundheitliche Selbstverantwortung geht es nicht. Für den Arzt Hippokrates von Kos (460 v. Chr.) stellte die Gesundheit ein Synonym für Harmonie dar. Die Fürsorge für die Gesundheit beginnt dabei täglich neu. Dann können Gesundheit und Wohlbefinden in einem Zustand unbeschwerter Selbstvergessenheit täglich neu erlebt werden.

Titelzitat: René Lerche, französischer Historiker. Das Zitat wurde vom französischen Chirurgen Paul Valery gerne benutzt.

 

Dermatologische Leistungen

Akne - mein Hau(p)tproblem

Wissenswertes zu Ursachen und coolen Lösungen

Akne ein großes Problem?

Wenn du selbst unter Akne leidest, kennst du das sicher: Du fühlst dich in deiner Haut nicht mehr wohl und willst die Pickel einfach nur loswerden. Du denkst, alle sehen deine Pickel und hast daher manchmal schon keine Lust mehr, vor die Tür zu gehen und Freunde zu treffen. Vielleicht denkst du, andrere Menschen glauben, dass Akne-Patienten ungepflegt sind, sich nicht ausreichend waschen oder dass Akne ansteckend ist. Beides ist falsch, Akne entsteht weder durch mangelnde Hygiene noch kannst du sie an andere weitergeben.

Doch keine Sorge: Gegen Akne kann man einiges tun!

Was ist eigentlich Akne?

Wichtig vorab: Akne hat nicht nur etwas mit Schönheit zu tun. Gerade wenn sie stärker ausgeprägt ist, ist die Akne eine ernstzunehmende und einschränkende Hauterkrankung und sollte vom Facharzt behandelt werden. Wie stark die Akne ausgeprägt ist, hängt vor allem von der Veranlagung ab. Bei manchen Jugendlichen entstehen nur vereinzelte Mitesser oder Pickel, bei anderen kommt es großflächiger zu einer Beeinträchtigung des Hautbildes mit Neigung zu Knoten und Narbenbildung.

Eine wichtige Voraussetzung für die Entstehung der Akne ist die gesteigerte Talgproduktion durch die Talgdrüsen. Die Haut erscheint ölig und glänzend, was man auch als „unreine Haut“ bezeichnet. Je mehr Talg produziert wird, desto schwerer ist die Akne ausgeprägt. Mit Beginn der Pubertät steigt die Talgproduktion stark an.

Wodurch  wird die Entstehung der Akne beeinflusst?

Wie stark deine Akne ausgeprägt ist, hängt vor allem von der Veranlagung ab, d.h. es ist erblich bedingt. Hatten dein Vater oder deine Mutter Akne, ist die Wahrscheinlichkeit größer, dass du auch betroffen bist.

Wichtigster Auslöser für Akne von Jungendlichen sind Hormone, die der Körper mit Beginn der Pubertät produziert. Vor allem die männlichen Geschlechtshormone (Androgene), die in geringerem Maße auch von Mädchen und Frauen gebildet werden, führen zu einer verstärkten Talgproduktion. Wie stark die Produktion gesteigert wird, hängt dabei weniger von der Menge an Androgenen als vielmehr von der Empfindlichkeit der Talgdrüsen ab.

Neben der Veranlagung und dem normalen Anstieg der Hormonproduktion in der Pubertät können auch äußere Faktoren die Akne beeinflussen. So können Inhaltsstoffe von Pflegeprodukten eine Akne fördern. Man bezeichnet dies auch als „Komedogenität“. Pflegecremes, die bei Akne bzw. unreiner Haut geeignet sind, tragen daher häufig den Aufdruck „nicht komedogen“.

Ist Akne eine Frage des Alters?

Akne tritt überwiegend mit Beginn der Pubertät auf und klingt zwischen dem 20. und dem 25. Lebensjahr wieder ab. Aber auch außerhalb dieses Zeitraums kann es zu Akne kommen. So haben manche Babies vorübergehend Akne, die dann abheilt und erst in der Pubertät wieder auftritt. Andree Betroffene leiden auch nach dem 25. Lebensjahr noch an Akne, wobei in der Regel gilt: je größer die von Akne betroffene Körperfläche, desto länger dauert sie an.

Warum du deine Akne vom Arzt behandeln lassen solltest?

Die optimale Behandlung der Akne kann nur durch einen Arzt erfolgen. Nur er kann entscheiden, welche Wirkstoffe bei deiner Akne die richtigen sind und welche Wirkstoffkombinationen Sinn machen. Einige der wichtigsten Arzneimittel sind übrigens verschreibungspflichtig, so dass du sie nur über ein Rezept von deinem Arzt erhalten kannst. Besonders wichtig ist der Arztbesuch, wenn die Haut entzündet ist, denn später drohen bleibende Narben.

Wie läuft eine Akne-Therapie ab?

Das Wichtigste zuerst: auch wenn es heute sehr gute Behandlungsmöglichkeiten gibt, so kann die Akne doch nicht über Nacht verschwinden. Du brauchst also etwas Ausdauer und Disziplin. Aber du wirst sehen, es lohnt sich und führt zum Erfolg.

Die Möglichkeiten, die Akne zu behandeln sind vielfältig. So gibt es z.B. Arzneimittel, die man äußerlich aufträgt und solche, die man einnehmen muss. Der Arzt wird die Behandlung ganz speziell auf deine Haut abstimmen. Wundere dich daher nicht, wenn deine Freunde vielleicht andere Medikamente erhalten als du.

Hautreinigung:

- Wasche deine haut 2x täglich mit klarem Wasser (morgens und abends). Falls du Arzneimittel auf die Haut aufträgst, sollte die Haut vorher gereinigt werden.

- Wenn du das Bedürfnis hast, die Haut intensiver zu reinigen, benutze alkalifreie Seifen oder Lotionen mit leicht saurem pH-Wert. Diese werden als „Syndets“ bezeichnet und können die überschüssigen Fette auf der haut entfernen.

Akne und dekorative Kosmetik:

Abdeckende Maßnahmen sind sowohl bei entzündlicher Akne als auch bei narbigen Folgezuständen eine große Psychologische Hilfe. Es sind inzwischen gut verträgliche Produkte auf dem Markt. Falls du hierzu Fragen hast, können dich seine Kosmetikerin und dein Hautarzt beraten.

Akne und Lebensmittel

Grundsätzlich gibt es keine „heilende“ Akne-Diät. Umgekehrt wurde auch nicht bewiesen, dass bestimmte Nahrungsmittel sich negativ auf die Akne auswirken. So ist der angeblich schlechte Einfluss on z.B. Schokolade, Fleisch, Nüssen, Käse und anderen Speisen wissenschaftlich nicht belegt. Allerdings beobachten manche Betroffene immer wieder, dass ihre Akne nach dem Verzehr von bestimmten Nahrungsmitteln schlimmer wird. Stellst du Derartiges fest, dann solltest du den „Übeltäter“ aus dem Speiseplan streichen.  Insgesamt wirkt sich eine ausgewogenen Ernährung mit einem möglichst hohen Gehalt von Omega-3-Fettsäuren positiv aus. Bei Eskimos, die aufgrund ihrer Ernährungsgewohnheiten mit einem hohen Omega-3-Fettsäuregehalt fast nie Akne bekommen, hat man festgestellt, dass bei einem Wechsel zu westlichen Ernährungsgewohnheiten vermehrt Akne auftritt.

Akne und Rauchen

Zwischen Akneschweregraden und täglicher Anzahl an gerauchten Zigaretten wurde ein klarer Zusammenhang nachgewiesen. Aus diesem und vielen weiteren guten Gründen solltest du deshalb lieber auf das Rauchen verzichten.

Akne und Psyche

Unabhängig vom Schweregrad der Akne können durch die Erkrankung psychische Probleme entstehen, die sich in einem sozialen Rückzug, depressiven Verstimmungen und zwanghaftem Verhalten äußern können. So ziehen sich manche Betroffene von Freunden zurück, gehen nicht mehr gerne in die Öffentlichkeit, beginnen Diskotheken oder Schwimmbäder zu meiden. Es kommt gelegentlich auch zu einem zwanghaften Kontrollieren der Hautveränderungen mit „Kribbeln“ an der haut, das in Folge zu vermehrten Narbenbildungen führt. Falls du eines dieser Symptome vermehrt verspürst, solltest du auch darüber mit deinem Arzt sprechen.

Einerseits kann negativ empfundener Stress zu einer Vermehrung von entzündlichen Akneveränderungen führen. Andererseits entsteht durch die Erkrankung und die Beschäftigung damit häufig Stress, der in einer eingeschränkten Lebenszufriedenheit mündet. Durch die Akne kann das Selbstsicherheitsgefühl erheblich beeinträchtigt werden. Manchmal kann es daher sinnvoll sein, zusätzlich zu einer fachgerechten Aknetherapie sich beraten zu lassen, ob unterstützende psychotherapeutische Gespräche sich günstig auswirken.

Schlusswort:

Auch wenn sie fast jeden trifft, ist Akne kein unabänderliches Schicksal. Mit Hilfe deines Hautarztes und moderner Arzneimittel kannst du eine Menge gegen deine Akne tun.

Also jetzt bist du an der Reihe: Es liegt bei dir, die Behandlungsvorgaben deines Arztes genau zu befolgen. Dafür wirst du belohnt mit einer sichtbar schöneren Haut!

Atopisches Ekzem

Was ist Neurodermitis?
Neurodermitis ist eine nicht ansteckende, entzündliche Erkrankung der Haut. Andere Bezeichnungen dafür sind allergisches Ekzem, atopisches Ekzem, atopische Dermatitis, endogenes Ekzem oder Neurodermitis constitutionalis. Sie ist durch Ekzeme, Juckreiz und trockene Haut gekennzeichnet.
Manchmal kann die Haut auch verstärkt Schuppen bilden. Neurodermitis tritt in Schüben auf, zwischen denen relativ beschwerdefreie Intervalle liegen.
Dieses wechselnde Bild der Erkrankung kann von verschiedenen Auslösefaktoren beeinflusst werden. Auch im beschwerdefreien Zustand kann der Arzt einen Neurodermitiker an bestimmten Kennzeichen, den Stigmata, erkennen.
Am häufigsten tritt Neurodermitis bei Säuglingen und Kleinkindern auf. Bei vielen Kindern bessern sich die Symptome mit dem Schulalter, können manchmal aber später wiederkehren. Aufgrund des individuell sehr unterschiedlichen Krankheitsverlaufes ist eine Vorhersage, wie die Krankheit beim Einzelnen verlaufen wird, nicht möglich.

Atopische Veranlagung
Unter dem Begriff Atopie wird die vererbte Überempfindlichkeit von Haut- und Schleimhäuten gegen Umweltstoffe verstanden, die mit einer vermehrten Bildung so genannter IgE-Antikörper einhergehen kann. Neurodermitis, Heuschnupfen und allergisches Asthma gehören zu den atopischen Erkrankungen.
Im Laufe eines Lebens können sich die Symptome der atopischen Erkrankungen von einem Organ zum anderen verschieben, zum Beispiel von der Haut zu den Atemwegen (so genannter Etagenwechsel).
Die Veranlagung, eine atopischen Erkrankung zu entwickeln, ist angeboren und kann daher nicht beeinflusst werden. Die atopischen Erkrankungen zeigen sich nicht bei jedem, der die Veranlagung geerbt hat. So beträgt das Risiko, an Neurodermitis zu erkranken sechzig bis achtzig Prozent, wenn beide Eltern Neurodermitis haben. Etwa die Hälfte der Kinder, die früher Neurodermitis hatten, leiden im Verlauf an einer allergischen Atemwegserkrankung (Heuschnupfen oder Asthma).

Schulmedizinische Behandlung
Die Schulmedizin favorisiert im allgemeinen Verfahren, deren Wirksamkeit zuvor in aufwendigen (zum Beispiel Doppelblindstudien) klinischen Verfahren geprüft wurden (evidence based medicine). Hier haben der Patient und der Behandler den Vorteil, dass man sich auf aufwendig ermittelte Testergebnisse berufen kann.
Da Neurodermitis in der Regel zuerst bei Säuglingen und Kleinkindern auftritt, sind Pädiater (Kinderärzte) und Dermatologen (Hautärzte) für die Krankheitsbegleitung besonders aus- und weitergebildet. Im Idealfall kommunizieren Haut- und Kinderarzt und andere Fachkräfte miteinander.
Die Eltern sollten in jedem Falle eine schulmedizinische Begleitung der Krankheit einplanen. Dabei ist immer zu beachten, dass ein Facharzt die Diagnose Neurodermitis gestellt hat und besonders bei deutlicher Verschlechterung des Hautbildes oder auftretenden Komplikationen zu Rate gezogen werden sollte. Hier etwas zu verschleppen oder in Eigenmedikation zu verfallen hat meist schwerwiegende Folgen für das Kind.
Das schulmedizinische dermatologische Krankheitsmanagement besteht zum einen in der Auswahl einer geeigneten Basistherapie. Hierzu zählt die Vermeidung hautirritierender Faktoren und eine konsequente Hautpflege mit Basisprodukten.
Besteht Verdacht auf das Vorliegen einer hautverschlechternden Allergie verfügt der behandelnde Allergologe über verschiedenste Testmethoden, um die Auslöser der Hautverschlechterung zu erkennen. Je nach Schweregrad der Erkrankung kann zusätzlich eine Therapie des Juckreizes, eine antibakterielle oder antientzündliche Therapie erforderlich sein. In sehr schweren Fällen ist eine systemische Therapie, das heißt in Form von Tabletten, erforderlich.
Die verschiedenen Optionen werden im Folgenden vorgestellt.

Hautpflege
Da allen Neurodermitikern eine sehr trockene und bei Schüben nässende Haut zu eigen ist, diese noch durch die ständigen Hautreizungen und Juckreizattacken rissig ist und keine ausreichende Barrierefunktion mehr hat, spielt die basistherapeutische Hautpflege die entscheidende Rolle. Die Haut des Kindes muss somit intensiv und regelmäßig gepflegt werden, damit die Trockenheit gebessert wird.
Häufig bessert sich hierdurch auch der Juckreiz deutlich und Ekzemschübe können zum Teil verhindert werden.
Basisprodukte zur Hautpflege müssen in ihrer Zusammensetzung individuell von dem behandelnden Arzt je nach Stadium des Ekzems, Alter des Kindes, betroffenen Arealen und Jahreszeit angepasst werden. Es gibt keine Pflegecreme die sich für alle Kinder und Krankheitsstadien eignet. Allgemein sollten Pflegecremes frei von Duft- und Konservierungsstoffen sein. Vorteilhaft kann der Zusatz von feuchtigkeitsspendenden Substanzen wie Harnstoff (Urea) und Glycerin sein, wobei Harnstoff im Säuglings- und Kleinkindalter sowie im Gesicht keine Anwendung finden sollte. Sie müssen die Haut Ihres Kindes mindestens morgens und abends ausgiebig pflegen.
Eine Fülle von individuellen Ritualen wird bei Kindern angewendet, um diesen wichtigen Vorgang nicht als lästig zu empfinden.
Genaue Unterrichtung in Hautpflege bekommt man vom dermatologischen Praxisteam oder bei der Neurodermitis-Schulung, die bundesweit zunehmende Beliebtheit erfährt (Siehe auch Prävention).

Die folgenden Nahrungsmittel sind dafür bekannt, daß sie besonders häufig allergische oder irritierende Hautreaktionen hervorrufen: 

1.) Säuren: Ascorbinsäure, vor allem in Zitrusfrüchten und -Säften, Oxalsäure z. B. in Tomaten (Ketchup!), Rhabarber, Spinat und Sauerampfer, außerdem Lebensmittelzusätze wie Ameisensäure, Sorbinsäure und Propionsäure. 

2.) Süßigkeiten: z. B. Schokolade, Kakao und Schokogetränke. Fruchteis, Limonade und Bonbons (durch die enthaltenen Säuren). Marzipan, Nougat und "Nuß-Schokolade-Brotaufstrich" (durch Nuß-, Erdnuß- oder Mandelgehalt). 

3.) Öle und Fette: z. B. nuß- und erdnußhaltige Speiseöle, Erdnußbutter. Schweineschmalz, Speck, fette Wurstsorten, fettige Chips und Pommes frites. 

4.) Scharfe Gewürze: z. B. Pfeffer, Paprika, Chili, Curry, Senf, Essig. 

 

Nicht jede Verschlechterung des Hautzustandes, die nach Genuß bestimmter Lebensmittel auftritt, ist auf eine Nahrungsmittel-Allergie zurückzuführen. Denn auch die unzähligen Zusatzstoffe, die unsere Nahrungsmittel heute leider "verschlimmbessern" und länger haltbar machen, können Hautreaktionen hervorrufen. Konservierungsmittel, Antioxidationsmittel, Farbstoffe, künstliche Süßstoffe, Mehlbehandlungsmittel, Trennmittel, Phosphate, Aromastoffe, Zuckeraustauschstoffe, Geschmackskorrigentien, Backtriebmittel, Emulgatoren und Schmelzsalze sind nur einige der bekanntesten Zusätze, die Liste ist keineswegs vollständig. Für Testungen hierfür fragen Sie Herrn Dr. Steinmann, da diese in Vorbereitung sind. 

Die folgende Auflistung gibt weitere Hinweise, wo eventuell die wahren Schuldigen für einen erneuten Ekzem-Schub gefunden werden können: 

Nahrungsmittel enthalten Mediatoren wie Histamin (Wein, Erdbeeren, etc.) oder Serotonin (Bananen, etc.). Nahrungsmittel enthalten Zusätze oder Rückstände (Pestizide, Azofarbstoffe, Säure wie Sorbinsäure, etc.). Nahrungsmittel verursachen Dysbakterien wie Sauermilchprodukte oder Käsesorten mit unphysiologischen Keimen. Man achte daher stets darauf, daß man z. B. nur die Joghurtsorten zu sich nimmt, auf denen verzeichnet steht, daß sie im Becher gereift sind und die Keime Acidophilus und Bifidus enthalten, da diese im Säuglingsdünndarm bereits bei der Muttermilchernährung physiologisch sind. Meiden Sie alle nicht physiologischen Darmkeime! Bei Allergikern muß man möglicherweise stets die reinen Joghurtbecher ohne Zusätze von Obst wählen, da im Fruchtjoghurt Benzoesäure vorhanden sein kann bzw. das Obst selbst allergisierend wirkt. Bestimmte Nahrungsmittel enthalten vermehrt Histamin und sind aus diesem Grunde schubauslösend: Käse, insbesondere Schweizer, Gouda, Chedar, Pökelfleisch, Wein, Tomaten, Dosennahrung mit Fleisch, Sardinen. Auch andere Stoffe können Histaminbildung auslösen: Farbstoff Tartazin z. B. in Gummibärchen, Tyramin in Käse (Camembert, Parmesan), Wein, Hefe, Schokolade, Zitrusfrüchten, in Farbstoffen z. B. im Speiseeis. Unspezifisch wirken Erdbeeren, Hummer und Muscheln. Salizylate in Früchten können Auslöser sein. Disulfit findet sich häufig in Wein, Bier, Trockenfrüchten, Meerrettich u. a. Das selbst für Säuglinge in der Fertignahrung enthaltene Glutamat findet sich in fast allen Käsesorten. Natrium-Glutamat ist mit der Menge von 0,5 g bereits Auslöser des sog. China-Restaurant-Syndroms, das herzinfarktähnliche Symptome hervorrufen kann.

Die beste ärztliche Ernährungs-Empfehlung nicht nur für Atopiker! - ist, auf Fertiggerichte, Konserven und vorfabrizierte Nahrungsmittel wegen deren versteckten Zusätzen weitestgehend zu verzichten und eine möglichst vollwertige Ernährung aus täglich frisch zubereiteten Produkten zu sich zu nehmen. 

Bilder zum atopischen Ekzem, Neurodermitis

 

 Literatur:

Deutscher Neurodermitis Bund e.V. (DNB)

Hornung, B.: Praktisch-allergologische Aspekte bei Neurodermitis atopica.  Der Deutsche Dermatologe (7/1993) 708-711 Krohne, G. et al.: Neurodermitis: vielfältige Ursachen, individuelle Therapie.  PZ 136 (4/1991) 9-15

Schultze, E.-G.: Neurodermitis des Kindes - auch ein Ernährungsproblem. hautnah (1 987) 48-52

Schultze, E.-G.: Neurodermitistherapie heute. hautnah (1 990) 52-66

Schultze, E.-G.: Neurodermitis und Allergie. hautnah (1990) 78-84

 

Quellverzeichnis beim Verfasser.

Borreliose

Die Borreliose - eine verharmloste und heimtückische Infektionskrankheit mit Tarnkappe ist im Gegensatz zur Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) keine virale, sondern eine bakterielle Erkrankung, die durch das Bakterium Borrelia burgdorferi (Borrelien) aus der Gruppe der Spirochäten (schraubenförmige Bakterien) ausgelöst wird. Überträger der Borrelien sind Zecken, die den Erreger, der sich in deren Magen-Darmtrakt befindet, während des Saugaktes nach einigen Stunden - in der Regel in einem Zeitfenster von 4 bis 24 Stunden nach dem Einstich - auf den Menschen übertragen. In Deutschland ist das vor allem die Zecke Ixodes ricinus, auch gemeiner Holzbock genannt. Die Übertragung der FSME-Viren, erfolgt hingegen unmittelbar beim Einstich. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch ist in der Schwangerschaft auf das ungeborene Kind möglich. Die Zecken kommen entgegen der landläufigen Meinung nicht nur im Wald, sondern auch auf Wiesen,Gärten, Parks, Kindergärten und Spielplätzen mitten in der Stadt vor. Nach entsprechenden Untersuchungen sind bereits in Rheinland-Pfalz - je nach Region - bis zu 80% der Zecken infiziert. Während das Vorkommen des FSME-Virus in Deutschland nur auf bestimmte Risikogebiete beschränkt ist, besteht ein hohes Risiko einer Borrelieninfektion flächendeckend in Deutschland, Europa, Amerika, Afrika und Asien. Mit dem FSME-Virus infizieren sich in Deutschland jährlich ca. 300 Personen, wohin die Zahl der Neuerkrankungen mit dem Borrelioseerreger auf über 100.000 geschätzt wird. Deshalb wird die Borreliose häufig als Volkskrankheit oder die Seuche des 21. Jahrhunderts bezeichnet. Gegen die Borreliose gibt es - anders als bei FSME - keinen zugelassenen Impfstoff und keine Immunität!
 

Zeckenschutz und -entfernung 

Zecken fallen nicht von Bäumen, sie lassen sich in bis zu 1,50 Meter Höhe von ihren Opfern abstreifen. Viele der am Menschen gefundenen Zecken sind Nymphen, gerade mal einen Millimeter groß und mit bloßem Auge kaum zu erkennen. Schutz bietet eine helle langärmlige und -beinige Kleidung. Auf dieser sieht man sie am besten und je glatter der Stoff ist, umso schlechter können sie sich festkrallen. Insektenabwehrende Mittel aus Apotheke und Drogerie bieten nur bedingt Schutz. Wirksamer ist sorgsames abendliches Absuchen der Haut. Typische Verstecke sind: Kniekehlen, Achseln, Armbeugen, Haaransatz, Ohren, Hals, Brustfalten, Genitalien, Füße und Zehen. Auch das Absuchen der Kleidung - Zecken können in dieser bis zu 48 Stunden überleben - gehört dazu. Um die Zecken abzutöten, sollte man diese 10 Minuten in den Trockner geben. Ebenfalls sollten Hund, Katze & Co. - nach im Fell herumkrabbelnden Zecken - abgesucht werden. Diese noch nicht festgesaugten Zecken können beim Streicheln auf den Menschen überwechseln. Die Entfernung einer Zecke sollte unverzüglich erfolgen und geschieht am besten durch gerades Herausziehen, wobei die Zecke möglichst nah an der Hautoberfläche zu greifen ist. Hierfür eignet sich eine gut schließende L-förmige Zecken-Pinzette oder eine Zeckenkarte. Die Zeckenkarte ist eine scheckkartengroße Schablone aus Kunststoff mit einer Nut, mit der man Zecken heraushebeln kann. Sogenannte "Zeckenzangen" sind nicht geeignet, da die Zecke durch ihre großen Greifbacken gequetscht wird. Ein Quetschen des Zeckenkörpers sollte unter allen Umständen vermieden werden um dessen Inhalt nicht "einzuspritzen" und somit das Infektionsrisiko zu erhöhen. Keine Panik - aber die Stichstelle und sich selbst nicht aus den Augen verlieren.
 

Verlauf und Symptome 

Die Borreliose ist eine heimtückische Multisystem-Erkrankung, die alle Organe befallen und falls sie nicht rechtzeitig erkannt und ausreichend mit geeignetem Antibiotikum behandelt wird zu lebenslangen chronischen Beschwerden führen kann. Eine Infektion verläuft in mehreren Krankheitsstadien, die fließend ineinander übergehen oder auch übersprungen sowie durch sehr lange freie Intervalle getrennt sein können. Diese freien Intervalle, in denen der Betroffene manchmal völlig beschwerdefrei sein kann, gehören zu den besonderen Charakteristika der Borreliose. Wegen der unglaublichen, häufig wechselnden, Symptomvielfalt - welche viele andere Krankheiten imitieren kann - wird die Borreliose häufig als "der große Imitator" bezeichnet.
 

Die "typische" Borreliose gibt es nicht. Häufige Fehldiagnosen der Borreliose sind: 

Psychosomatische Störungen, Arthritis, Gelenkrheuma, Polyarthritis, Bursitis (Schleimbeutelentzündung), Bandscheibenvorfall, Bindehautentzündung, Entzündungen aller Augenteile, Gefäßbeschwerden (Thrombose), Hirnhautentzündung, Karpaltunnelsyndrom, Gelenkentzündungen (alle großen Gelenke, auch Kiefergelenk), Multiple Sklerose, Fibromyalgie, Sehnenscheidenentzündung, HWS-Syndrom (Hals-Wirbelsäulen-Syndrom) und Schlaganfall. 

Im 1. Stadium - nach der Übertragung der Borrelien - kommt es zunächst zu einer lokalen Infektion der Haut. Nach einigen Tagen bildet sich um die Einstichstelle eine sich ringförmig ausbreitende Rötung (Bilder zu Erythema migransWanderröte). Häufig tritt nur eine sehr diskrete Entzündungsreaktion auf, die vom Betroffenen übersehen wird. Die Wanderröte ist das einzige klinisch eindeutige Zeichen einer Borrelieninfektion im 1. Stadium und sollte als Beweis - auf Fotos - gesichert werden. Desweiteren können Ansammlungen weißer Blutkörperchen (Knötchen, Lymphozytome) an Ohrläppchen, Brustwarze, Hoden, Ellenbogen und anderen Stellen auftreten. Die Wanderröte fehlt in ca. 50% der Fälle völlig und die Infektion bleibt oft unbemerkt. Wenige Tage bis Wochen nach dem Stich beginnt die Krankheit mit unspezifischen grippeähnlichen Allgemeinsymptomen wie erhöhter Körpertemperatur, Bauchschmerzen, Kopfschmerzen, Durchfall, Erbrechen, Gelenkschmerzen, Muskel-, Bänder- und Faserschmerzen, Heiserkeit, Schweißausbrüche,Nachtschweiß, Nackensteifigkeit, Rückenschmerzen, Schluckbeschwerden, Übelkeit und Anderes. Diese Symptome werden häufig als einfache Sommergrippe fehlgedeutet. Wird mit dem Stich eine Blut- oder Lymphbahn getroffen, können diese Symptome vollständig fehlen und Tage/Wochen nach dem Stich ein Übertritt in das 2. Stadium erfolgen. Im 2. und 3. Stadium - meist einige Wochen bis Monate, beim 3. Stadium auch Jahre, nach dem Stich - kommt es zur Streuung des Erregers. In diesen Stadien zeigt die Borreliose ihr wahres Gesicht und es kann ein völlig buntes Symptombild auftreten: Gelenkentzündungen, Gelenksteifigkeit, starkes Schwitzen (besonders nachts), Muskelschmerzen, Nervenschmerzen, Kopfschmerzen, Schmerzen in der Wirbelsäule, Gehirnfunktionsstörungen (Lähmungen, Doppelbilder, Verlust des Gehörs oder Geruchsinns, Verwirrtheit, Apathie, Sensibilitätsstörungen), Herz (Herzbeutelerguss, Herzentzündung, Herzrhythmusstörungen), Sprech-, Schreib-, Wortfindungsstörungen, Haut (Ekzeme, Entzündungen, Knötchen, Schwellungen, Mundschleimhaut-Entzündungen), Auge (Entzündungen an allen Teilen), Depression, Erschöpfung, Müdigkeitssyndrom, Fibromyalgien, Frösteln vor und nach Schweißausbrüchen, Gereiztheit, Gesichtsrötungen, Haarausfall, Halsschmerzen, Konzentrationsstörungen, Desorientierung, Lichtempfindlichkeit, Lymphknotenvergrößerung, Ohrgeräusche, Parkinson-Symptome, Persönlichkeitsveränderungen, Potenzstörungen, Psychische Störungen, Pulsfrequenzerhöhung, Schilddrüsenunter- oder -überfunktion, Schwindelattacken, Sehstörungen, Spasmen, Traurigkeit, Wundgefühl über den Rippen und andere.
 

Diagnose 

Die Diagnose der Borreliose gestaltet sich im Früh- und Spätstadium oftmals schwierig. Besonders wenn der Zeckenstich nicht sichtbar oder erinnerlich ist und die typischen Krankheitsmerkmale, wie die Wanderröte, im Frühstadium ausbleiben und das bunte Symptombild einer Spätphase nicht an eine Borreliose denken lässt. Laboruntersuchungen des Blutes (Serologie) helfen in schwierigen Fällen die Diagnose zu sichern, sind jedoch aus verschiedenen Gründen nicht hundertprozentig sicher. Zu den Methoden der Borrelien-Labordiagnostik gehören u.a. der Borrelien-Suchtest (ELISA oder IFT) und der Borrelien-Bestätigungstest-Test (Western- oder Immunoblot). Ist dieser Test negativ, so kann trotzdem eine Borrelieninfektion vorliegen. Borrelien sind u.a. in der Lage sich vor dem Immunsystem zu tarnen. Auch eine frühe Gabe von Antibiotika nach einem Zeckenstich kann die Antikörperbildung unterdrücken, ist aber bei klinischen Verdacht einer Borreliose unbedingt notwendig. Auch der Einsatz von Kortison oder Immunsuppressiva kann den Test neg. beeinflussen. Nachgewiesenermaßen gibt es 27 Ursachen dafür, dass keine Antikörper messbar sind, obwohl eine Borrelieninfektion vorliegt. Des Weiteren kann der Suchtest durch Kreuzreaktion mit anderen Erregern auch falsch positive Ergebnisse liefern. Aus diesem Grund wird in unserer Praxis als Bestätigungstest immer ein Westernblot oder Immunoblot durchgeführt, in dem die einzelnen Oberflächenproteine der Borrelien und die jeweils gegen sie gerichteten Antikörper genauer aufgespalten werden. Dieser Test liefert zuverlässigere Ergebnisse und kann zusätzlich eine Auskunft über das Stadium der Borreliose geben. Aber auch hier kann es aus den o. g. Gründen zu einem falsch negativen Ergebnis kommen. Um der Borreliose auf die Spur zu kommen, ist das Gesamtbild aus Vorgeschichte, Verlauf, Krankheitssymptomen und Laborergebnissen zu betrachten.
 

Therapie 

Die Therapie erfolgt stadien- und symptomgerecht mit wirksamen Antibiotika. Dabei gilt: Je früher therapiert wird, umso größer sind die Chancen auf eine vollständige Heilung. Der "Startschuss" für eine Antibiotikum-Therapie im Frühstadium ist die Wanderröte oder das Auftreten der Allgemeinsymptome nach erinnerlichem Zeckenstich. Auch bei negativen Laborergebnissen um mögliche Spätfolgen zu vermeiden! Ein Hauptproblem bei der Therapie ist, dass die Borrelien sich in Körperregionen zurückziehen können und dort vom Antibiotikum schlecht erreichbar sind. Dadurch können ruhende Erreger (Persister) eine Therapie überdauern und später wieder aktiv werden. Deshalb sollte das verwendete Antibiotikum nicht unterdosiert und ausreichend lange verabreicht werden. Um vorhandene Persister zu eliminieren sind oft - vor allen Dingen in späteren Stadien - mehrere Therapiezyklen mit unterschiedlichen Antibiotika notwendig. 

Bilder zur Borreliose

 

Quellverzeichnis beim Verfasser. Textauszug: Hans-Gerd Zigann

Dellwarzen (Mollusken)

Was sind Dellwarzen?

Vielfach gelte die Auffassung, dass die Infektion mit Dellwarzen nicht zwingend behandelt werden müsse. Für eine Therapie spreche jedoch, dass die Lebensqualität der betroffenen Kinder doch deutlich beeinträchtigt ist. Sie können gehänselt und letztlich sozial isoliert werden, quälender Juckreiz führt oft zu Kratzen und Narbenbildung. Darüber hinaus sind Eltern oft beängstigt und verunsichert wegen möglicher Risiken der Ausbreitung z.B. durch Schmierinfektionen beim Sport oder Utensilien im Bad, die Gefahr von Entzündungen und insbesondere das generelle Gefühl der Hilflosigkeit. Da die Erkrankung bis zur Selbstheilung und damit die Belastung für Patienten und Angehörige über 2-3 Jahre andauern kann, ist die Behandlung dieses Krankheitsbildes notwendig. Bei Dellwarzen (Mollusca contagiosa, Mollusken) handelt es sich um eine Virusinfektion der Haut. Sie zeigt sich durch kleine hellrote, perlähnliche Knötchen auf der Haut. Mollusken werden durch direkten oder indirekten Kontakt übertragen. Am häufigsten kommen sie bei Kindern unter zehn Jahren vor, vor allem, wenn gleichzeitig eine sehr trockene Haut (ausgedehntes Baden, Duschen, Gebrauch von viel Seife) oder eine Neurodermitis besteht. Erwachsene sind meist nur dann betroffen, wenn die Haut sehr trocken ist oder gar eine Immunschwäche vorliegt.

 

Wie entstehen Dellwarzen? 

Die Ansteckung mit dem so genannten Poxvirus verursacht Dellwarzen. Sie erfolgt entweder: 

- Durch direkten Körperkontakt, bei Kindern z.B. im Kindergarten, bei Erwachsenen beispielsweise beim Geschlechtsverkehr.

- Selten durch indirekten Kontakt, z.B. beim gemeinsamen Benutzen eines Handtuchs vom Zeitpunkt der Ansteckung bis zum Entstehen der Dellwarzen vergehen zwei bis acht Wochen.

 

Welche Symptome haben Dellwarzen? 

Es entwickeln sich ein bis fünf Millimeter große, hellrote, perlähnliche Knötchen auf der Haut von Gesicht, Rumpf, Armen und Beinen. Wie der Name andeutet, weisen die größeren Knötchen zentral eine Delle auf. 

 

Wie diagnostiziert der Arzt Dellwarzen?

Die Diagnose wird anhand des typischen Aussehens der Knötchen gestellt.

 

Wie behandelt man Dellwarzen?

- In der Regel werden Dellwarzen mit einer speziell gebogenen Pinzette relativ schmerzlos ausgedrückt. Größere Mengen von Dellwarzen können aber auch nach örtlicher Betäubung mittels einer speziellen Creme (mit Lidocain) abgeschabt oder vereist werden.

- Bei sehr vielen Dellwarzen kann auch eine Behandlung mit Medikamenten gegen Warzen helfen. 

 

Was können Sie selbst tun?

Am Wichtigsten ist es, den Warzen den "Nährboden" zu entziehen

- Pflegen Sie die Haut intensiv mit einer guten Creme oder Salbe
- gehen Sie mit Wasser und Seife sparsam um
- Ekzeme sind konsequent zu behandeln
-
Waschen Sie die Hände nach Berührung der Dellwarzen
- Der Betroffene sollte immer ein eigenes Handtuch benutzen
- Vermeiden Sie, die Mollusken aufzukratzen, da hierbei die Gefahr der Selbstansteckung besteht

 Bilder zu Dellwarzen

Quellverzeichnis beim Verfasser.

Faulecken

Die Cheilitis angularis (Synonyme: Perlèche, Faulecken, Mundwinkelrhagaden)  ist eine schmerzhafte, häufig recht hartnäckige entzündliche Veränderungen in den Mundwinkeln. Da ihnen ganz unterschiedliche Ursachen zu Grunde liegen, können sie entweder Ausdruck einer eher lokalen Problematik aber auch einer generalisierten und ernsten Erkrankungen sein.  Daher sollte bei einem längeren Verlauf oder bei häufigen Rezidiven eine weitere Abklärung durch den Facharzt erfolgen. 

 

Ursachen 

Die Ursachen der Perleche sind sehr vielfältig. So kann vereinzelt bereits eine persistierende, also andauernde Feuchtigkeit, u.a. durch häufiges Lecken  der Lippen, zu derartigen Einrissen führen. Streß ist ein fördernder Faktor. Häufiger sind jedoch Infektionen die Ursache, da die Mundwinkel als feuchte Kammern einen idealen Nährboden für alle möglichen Krankheitserreger darstellen. Manchmal entstehen die Entzündungen durch Zug der Häkchen bei Zahnbehandlungen. Unterstützt wird dies noch durch starke Faltenbildung im Mundwinkelbereich. Die Erreger können dabei Viren (Herpes simplex), Bakterien und Pilze sein. Die häufigste Ursache beim Erwachsenen ist die Hefepilzinfektion durch Candida albicans, beim Kind die Streptokokkeninfektion. Weitere Ursachen sind Neurodermitis, kontaktallergische Reaktionen (z. B. auf Kosmetika), schlecht sitzende Zahnprothesen, in seltenen Fällen auch eine Allergie gegen das Zahnprothesenmaterial. Auch Allgemeinerkrankungen wie ein Diabetes mellitus, eine vorausgegangene Antibiotikabehandlung oder Mangelerscheinungen wie eine Eisenmangelanämie oder Mangel an Riboflavin (Vitamin B2) können die Entstehung von Faulecken begünstigen. Gelegentlich ist die Cheilitis angularis auch ein Symptom der Syphilis (Lues)

 

Symptome 

Die entzündlichen Veränderungen in den Mundwinkeln äußern sich durch Rötung, Schuppung und Einrisse. Meist gehen diese mit Spannungsgefühl und  Berührungsschmerz, seltener auch mit einem Fremdkörpergefühl einher. 

 

Diagnose 

Die klinische Untersuchung sollte die lokale Ausdehnung, wie auch evtl. vorliegende weitere Manifestationen, z. B. eine Soorinfektionen der gesamten  Mundhöhle oder periorale Herpesbläschen, klären. Ein direkter Abstrich von der betroffenen Stelle oder eine Stuhlprobe dienen der Erregerdiagnostik, (ergänzend hilft eine Blutuntersuchung bei der Ursachensuche). Besteht der Verdacht auf eine Überempfindlichkeitsreaktion, sollte ein Allergietest durchgeführt werden. Bei Verdacht auf zugrundeliegende Allgemeinerkrankungen wie Diabetes mellitus oder eine Anämie sollte sich die entsprechende weiterführende Diagnostik anschließen. Bei schlecht sitzenden Zahnprothesen ist eine weitere Abklärung durch den Zahnarzt sinnvoll. 

 

Therapie 

Wichtigstes Ziel jeder Therapie ist ein "Trockenlegen" der Mundwinkel. Häufiges Lippenlecken sollte dabei unbedingt vermieden werden, eine zusätzlich verschriebene Creme / Paste kann überflüssige Flüssigkeit aufsaugen und so ein keimfeindliches trockenes Klima schaffen. Je nach den spezifischen Untersuchungsergebnissen können der Paste antibiotische, antivirale oder antimykotische Zusätze beigemengt werden. 

Liegt den Faulecken hingegen eine Allergie zugrunde, besteht die wichtigste Maßnahme natürlich in der strikten Meidung des auslösenden Allergens.  Lokal kann in diesem Fall eine fetthaltige Creme oder Salbe Linderung verschaffen.  

In jedem Fall sollten sowohl mechanische Reizungen, wie weite MundöffnungKratzen, Reiben als auch Irritationen durch Kosmetika, Zahnpasta, scharfe und heiße Speisen soweit möglich unterbleiben. 

 

Prophylaxe 

Wie in der Therapie sollte auch in der Prophylaxe darauf geachtet werden, dass die Mundwinkel möglichst trocken gehalten und Kontakte mit irritativen Substanzen oder mechanische Reizungen vermieden werden. Bei Allergien steht die Meidung des Allergens im Vordergrund, bei Zahnlosigkeit sollte eine gut sitzende Prothese getragen werden. 

Eine ausgewogene Ernährung ist wichtig zur Vermeidung von Mangelerscheinungen, gegebenenfalls sollte an eine gezielte Substitution der  entsprechenden Substanzen gedacht werden. 

 

Quellverzeichnis beim Verfasser.

Granuloma anulare

Was ist das Granuloma anulare?

Das Granuloma anulare ist eine harmlose, wenn auch hartnäckige Hauterkrankung, die im allgemeinen keine Beschwerden auslöst. Die Ursache ist unbekannt. Bisher gibt es wenig Hinweise für eine infektiöse (durch Krankheitserreger) oder toxische (durch Gifte) Entstehung des Granuloma anulare. Die Hautveränderungen wurden nach Verletzungen wie Insektenstichen, nach Medikamenteneinnahme, nach vermehrter Sonnenbestrahlung, oder nach Lichtbehandlungen (PUVA) beobachtet. Häufig tritt das Granuloma anulare bei Diabetes mellitus (“Zuckerkrankheit”) auf. Dann kann die Hautveränderung den ganzen Körper betreffen (in 20% der Fälle). Häufiger betroffen von der Erkrankung sind Kinder und Jugendliche

 

Wie sieht das Granuloma anulare aus?

Am häufigsten tritt das Granuloma anulare an Hand- und Fußrücken und an den Fingern auf. Aber auch über den Gelenken, am Gesäß und im Gesicht können Herde vorkommen. Die Hauterscheinungen jucken nicht und beginnen mit kleinsten, flachen, scharf begrenzten und gering geröteten leicht spiegelnden Papeln (Knötchen)

Die schnell auswachsenden Herde können münzgroß werden, sinken jedoch im Zentrum wieder in das Hautniveau zurück, ohne eine Hauterscheinung zu hinterlassen. Die erhabenen Randwülste tasten sich hart. Die Entwicklung des Granuloma anulare kann manchmal über mehrere Jahre gehen. Bei 75% der Patienten heilen die Hauterscheinungen allerdings innerhalb der ersten 2 Jahre ab. Es existieren zwei Sonderformen, einmal eine generalisierte, d.h. eine sich auf den ganzen Körper ausbreitende Form (Granuloma anulare disseminatum), zum anderen eine Form, u.a. an Beinen und Armen, bei der sich eine weißliche Flüssigkeit entleeren kann (Granuloma anulare perforans). 

 

Wie wird die Diagnose des Granuloma anulare gestellt?

Der Hautarzt wird häufig bei typischem klinischen Bild die Diagnose allein durch die gezielte Befragung des Patienten (Anamnese) und die gezeigten Hautveränderungen stellen können. Manchmal ist die Entnahme einer Hautprobe (Biopsie) zur Diagnosesicherung notwendig, welche in lokaler Betäubung durchgeführt wird. Bei ausgedehnten Formen des Granuloma anulare ist die Fokussuche (Ausschluß eines infektiösen Herdes) oder eines Diabetes mellitus sinnvoll.

 

Wie wird das Granuloma anulare behandelt? 

Bei Kindern ist eine spontane Rückbildung abzuwarten, evtl. eine lokale Behandlung mit Vitamin E (z.B. Vitamin E- Creme) oder Abkleben mittels Folie (z. B. Varihesive extra dünn) oder lediglich ein Heftpflasterverband sinnvoll. Bei Erwachsenen ist ebenfalls eine Behandlung mit Vitamin E möglich. Bei Nichtansprechen kann eine kortisonhaltige Lösung unter die Hautveränderung gespritzt werden. Das wird mehrfach wiederholt bis die Stellen abgeheilt ist. Auch eine Behandlung mit kortisonhaltigen Salben unter Folie ist möglich. Eine wiederholte Vereisung (sog. Kryochirurgie) der einzelnen Herde ist häufig aber am einfachsten und ebenfalls hilfreich. Bei generalisiertem Hautbefall werden gute Erfolge mit einer Bestrahlungstherapie mit einem Lichtsensibilisator (PUVA-Therapie) erzielt, außerdem zeigen in ausgewählten Fällen Fumarsäurepräparate eine gute Wirksamkeit. Im Hinblick auf die vorhandene Spontanheilungsrate wird zwischen den einzelnen Therapiemöglichkeiten sorgfältig abgewägt, so daß eingreifendere Therapien in der Regel den Sonderformen vorbehalten bleiben.

Klinische Bilder zum Granuloma anulare

 

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Vermehrter Haarausfall kann zahlreiche Ursachen haben. 

Es kann sich dabei um ein harmloses Phänomen handeln, das keiner Behandlung bedarf (z.B. kurzfristig gesteigerter Haarausfall im Herbst). Als Auslöser von akutem Haarausfall kommen jedoch auch Störungen in Betracht, die einer Behandlung bedürfen: Mangel an Vitaminen und Spurenelementen, Blut- oder Eisenmangel, Durchblutungs- und Kreislaufstörungen, Gelbsucht und Zuckerkrankheit, Magen-Darm-Störungen und psychische Überlastung. Auch Schwangerschaft und Pille, Medikamente (Heparin, Zytostatika usw.) und chemische Schädigungen von außen können das Haarwachstum beeinflussen. Vor jedem Behandlungsversuch bei Haarausfall muß also die Ursache des Problems geklärt werden, um die richtige Behandlung zu finden. 

Wie geht der Hautarzt dabei vor? Am Anfang steht eine genaue Untersuchung der Kopfhaut. Zuerst muss die Menge der ausfallenden Haare gezählt werden. Der Verlust von 60 bis 100 Haaren täglich ist normal. Auch ein sogenanntes „Trichogramm" (Untersuchung der Haarwurzeln) liefert wichtige Informationen. Minutiöse hormonelle Untersuchungen des Blutes sind nur dann erforderlich, wenn diffuser Haarausfall mit Zeichen einer inneren Krankheit oder einer Vermännlichung kombiniert auftritt (tiefere Stimme, Haarwuchs auf der Oberlippe, Menstruationsstörungen). 

 

Die häufigste Ursache von gesteigertem, diffusem Haarausfall ist die sogenannte Alopecia androgenetica. Es ist der weibliche Typ des hormonellen, angeborenen Haarausfalls durch Einwirkung männlicher Hormone (Androgene) an der Haarwurzel. Nach der Pubertät kann dieses Problem jede Frau treffen. Zumeist bemerkt sie ein deutliches Ausdünnen der Haare über dem zentralen Teil des Kopfes. Glück im Unglück. Frauen entwickeln hierbei im Gegensatz zu Männern niemals eine komplette Glatze. Regelblutungen und Schwangerschaften verlaufen völlig normal, denn die hormonellen Veränderungen spielen sich ausschliesslich an den Haarwurzeln ab, nicht im ganzen Körper. Mit der Zeit schrumpfen die Haarwurzeln und produzieren nur noch ein dünnes Flaumhaar Sie sterben aber nie ganz ab. Viele Frauen zweifeln an der Erbkomponente des hormonellen Haarausfalls, weil sie die einzigen Frauen in der Familie mit dem Problem zu sein scheinen. Es gibt mehrere Erklärungen dafür: das Vererbungsmuster ist polygenetisch, d.h., dass mehrere Faktoren zusammentreffen müssen, um die Haare ausfallen zu lassen. Bei solchem Vererbungsmuster können durchaus mehrere Generationen übersprungen werden, die keine Beschwerden haben. Der typisch männliche, anlagebedingte Haarausfall ist ebenfalls durch Veränderungen der Haarwurzeln verursacht. Männliche Glatzenbildung hat definitiv nichts mit männlicher Potenz zu tun. Männer mit Glatze besitzen lediglich zahlreichere Bindungsstellen an den Haaren für die aktive Form des männlichen Geschlechtshormons die Gesamtmenge des Testosterons im Blut ist unverändert.

Trotz aller Werbeversprechen gibt es kein frei verkäufliches Mittel, das Haarausfall sicher stoppen und ausgefallene Haare zum Wachsen bringen würde. Haare können von aussen nicht ernährt werden. Mit „Nährlösungen" kann man bestenfalls die vorhandenen Haare verschönern und „fülliger" wirken lassen. Die wirklich wirksamen Stoffe (Hormone und Medikamente) dürfen frei verkäuflichen Haarwuchsmitteln nicht zugesetzt werden. Weder Eigenurin noch chinesische Haarstimulatoren, Silizium oder Rhodanid lassen Haare nachweislich nachwachsen oder auch nur länger leben. Auch Pentadecansäure kann, trotz gegenteiliger Behauptungen der Hersteller, den anlagebedingten Haarausfall nicht verhindern oder rückgängig machen.

Die Behandlungsmöglichkeiten des Haarausfalls sind vielfältig und richten sich nach der Ursache. Wenn eine innere Krankheit festgestellt wird, muss natürlich zuerst diese Ursache des Haarverlustes behandelt werden. Aggressive Dauerwellpräparate und Haarfärbemittel, heisses, langes Fönen, lange Sonnenbäder und straffe Frisuren sollten bei jeder Art von Haarverlust vermieden werden. Mit Ostrogenlösungen zum Auftragen auf die Kopfhaut oder innerlichen Hormonpillen werden bei Frauen mit diffusem Haarausfall die besten Resultate erzielt. Diese Kopfhautlösungen werden vom Hautarzt verordnet. Schilddrüsenkrankheiten müssen ebenso wie Zink- oder Eisenmangel bekämpft werden. Manchen Frauen hilft eine Ernährungsumstellung, das Einnehmen von Vitaminpräparaten, oder die Einnahme der Pille. Das Blutdruckmittel Minoxidil (als Regaine im Handel) ist in Deutschland zur Behandlung des Haarausfalls seit Okt. 2000 zugelassen. Manche (männlichen) Patienten besorgten es sich zuvor im Ausland, da es bei immerhin 30 % der Anwender den Haarausfall stoppt. Die Behandlung erfolgt immer auf eigenes Risiko des Patienten und immer unter ärztlicher Kontrolle. Sicherlich  für Männer wirksamer erscheint dem Autor die Einnahme von 1 mg. Finasterid tgl. (z.B. als Propecia im Handel. 

Haar-Flechten ist eine Alternative: dabei wird (v. a. bei der männlichen Glatzenbildung) ein Netz in das Resthaar eingeknüpft. In dieses Netz wird fremdes Menschenhaar geknüpft. Auch das direkte Einweben von fremden Haaren an die eigenen ist beliebt, harmlos, aber auch teuer. Letztlich bleibt die Frage des Pro und Contra einer Haartransplantation abzuwägen (5.000 bis 20.000 DM). Neueste Forschungsergebnisse lassen die Hoffnung keimen, daß in wenigen Jahren ganz neue Methoden der Haarbehandlung zur Verfügung stehen: mit Liposomen wird man vielleicht natürliches Farbpigment direkt an die Haarwurzel und in das Haar einbringen können; seit kurzem ist das Gen bekannt, welches die Melanin-Farbstoffproduktion der Haare steuert. Vielleicht gelingt es sogar, ein Wachstumsgen von aussen direkt in die Haarwurzeln zu transportieren. Haarausfall ist für viele Männer ein ernsthaftes Problem Haare sind äussert wichtig für die Persönlichkeit. Sie dienen als Erkennungsmerkmal und bestimmen das Bild, das wir uns von einem Menschenmachen.

In unserer Kultur, in der eine volle Haarpracht gleichbedeutend ist mit Vitalität und sexueller Attraktivität, führt zunehmender Haarausfall bei den betroffenen Männern häufig zu einem Verlust an Selbstwertgefühl und Selbstsicherheit. Haarausfall ist etwas ganz normales Der Ausfall von Haaren ist an sich ein ganz natürlicher Vorgang. Er gehört zum normalen Regenerationsprozeß des menschlichen Haarwuchses. So durchläuft jedes Haar eine Wachstumsphase von durchschnittlich zwei bis sechs Jahren. Nach Abschluß der Wachstumsphase tritt das Haar in eine etwa dreiwöchige Übergangsphase ein. Was folgt, ist eine ca. dreimonatige Ruhephase, nach deren Abschluß das Haar ausfällt. Glücklicherweise erfolgt der Phasenwechsel nicht bei allen Haaren gleichzeitig, sonst müßten wir uns alle zwei bis sechs Jahre von neuem mit einer Glatze anfreunden. Statt dessen treten etwa 60 bis 100 Haare pro Tag in den Phasenwechsel ein und werden durch neue ersetzt. Ein Haarverlust von bis zu 100 Haaren pro Tag ist völlig normal. Von Haarausfall im eigentlichen Sinne spricht man erst. Wenn einem täglich mehr als 60 bis 100 Haare ausfallen. Stellen Sie fest, daß der Ausfall regelmäßig das normale Maß überschreitet, wenden Sie sich an Ihren Hautarzt. Der erblich bedingte Haarausfall bei Männern ist ein Prozeß, der in der Regel in vier Stadien erfolgt: Haarausfall: ein Erbe, auf das man gerne verzichtet. In neun von zehn Fällen ist vermehrter Haarausfall erblich bedingt. Wir Mediziner nennen dies „androgenetische Alopecie“. 
Haarausfall kann viele Gründe haben. Neben erblich bedingtem Haarausfall gibt es noch zahlreiche weitere Ursachen für einen verstärkten Haarausfall. Deswegen empfiehlt sich vor jeder Behandlung eine gründliche Untersuchung durch den Arzt. 
Weitere Ursachen können z.B. sein: ·

- Fehlfunktion der Schilddrüse
- Körperlicher oder psychischer Streß- Zink
- oder Eisenmangel- Störung des Immunsystems
- Chronische Erkrankungen- Infektionen
- Umweltgifte (z.B. Schwermetalle)
- Operationen unter Vollnarkose
- Bestimmte Medikamente 

Haarausfall: Rechtzeitig erkannt, ist er besser gebannt. Besteht eine Veranlagung zu erblich bedingtem Haarausfall, z.B. wenn Großvater oder Vater darunter leiden, sollte frühzeitig mit der Therapie begonnen werden. Denn .es ist einfacher, den Haarausfall zu stoppen und Haare zu erhalten, als neue hinzuzugewinnen. Wenden Sie sich also bei den ersten Anzeichen von Haarausfall an Ihren Hautarzt. Er weiß, daß bei noch lebenden Haarwurzeln der Behandlungserfolg am größten ist, und wird die geeignete Behandlung einleiten. Therapie oder Toupet? Wenn Haarimitationen auch noch so täuschend echt aussehen mögen, wünscht sich jeder vom Haarausfall Betroffene, daß er davon niemals Gebrauch machen muß. Dieser Wunsch kann jetzt Realität werden. Die Entdeckung eines Enzyms, welches die Bildung von DHT in der Kopfhaut blockiert, eröffnet bei erblich bedingtem Haarausfall ganz neue Behandlungsmöglichkeiten. Denn eine hohe Konzentration von DHT in der Kopfhaut ist mitverantwortlich für den erblich bedingten Haarausfall. DHT läßt die Haare verkümmern, bis sie ganz ausfallen. Jetzt gibt es endlich eine wissenschaftlich belegte medikamentöse Therapie für Männer, die von innen wirkt. Wichtig: Jede seriöse Therapie braucht ihre Zeit, um zu wirken. Frühestens nach 3-6 Monaten kann man eine sichtbare Besserung feststellen. Also, haben Sie Geduld! 

Haarausfall, kreisrunder. Der sogenannte „kreisrunde Haarausfall" oder „Alopecia areata" ist eine Haarkrankheit, die mit kleinen kahlen Stellen am Kopf beginnt. Sie trifft Kinder etwas häufiger als Erwachsene, Mädchen genauso oft wie Jungen. Es ist unklar, warum an umschriebenen Stellen der Kopfhaut rasch sämtliche Haare ausfallen. Seelischer Streß und immunologische Vorgänge in der Haarwurzel spielen sicher eine Rolle. Auch der Verlauf der Erkrankung ist nicht vorhersehbar: die kahlen Stellen können sich vergrößern, gleichbleiben oder sich spontan wiederbehaaren. Die Behandlung der Alopecia areata ist schwierig und gehört in die Hände spezialiserter Hautärzte. Wenn konventionelle Mittel, die der pharmazeutische Markt bietet, nicht helfen, kann eine Behandlung mit Dicyclopropenone eingeleitet werden. Die Behandlung des kreisrunden Haarausfalls mit Diphenylcyclopropenone (DCP) wird inzwischen an den meisten Hautkliniken und in einzelnen dermatologischen Großpraxen in Deutschland als Therapieversuch ambulant angewendet. Sie stellt nach wissenschaftlichen Studien die wirksamste Therapieart, auch schwerster Formen der Alopecia areata dar. Wir wollen unseren Patienten diese Behandlungsform nicht vorenthalten und praktizieren daher diese Methode seit Anfang 1999 in Trier. Die Kosten für die Behandlung erhalten Sie auf Anfrage.

Injektionen von Wachstumsfaktoren aus dem eigenen Blut (PRP) helfen beim kreisrunden Haarausfall (Alopezia Areata)

Die Therapie der Alopezia Areata ist schwierig. In einer hochwissenschaftlichen Studie konnte ein neues Verfahren erfolgreich geprüft werden.

Ziel der Prüfung war, eine Studie im Halbseitenversuch durchzuführen, bei der eine Hälfte der Kopfhaut entweder mit PRP, Triamcinolon-Säure (Kortison) oder einem Placebopräparat (z.B. nur Wasser) behandelt wurde. Die Behandlung wurde im Abstand von 4 Wochen dreimalig wiederholt. Im Nachhinein wurden die Probanden für ein Jahr beobachtet.

Ergebnis dieser Studie war, dass die PRP-Behandlung das Nachwachsen der Haare steigert, sowie deutlich weniger Brennen und Juckreiz als die Kortison-Behandlung verursacht. Zudem wurden keine Nebenwirkungen beobachtet.

Nachzulesen: „A randomized, double-blind, placebo- and active-controlled, half-head study to evaluate the effects of platelet-rich plasma on alopecia areata” - Br J Dermatol. 2013 Sep; 169(3):690-4. doi: 10.1111/bjd.12397

Mesotherapie bei Haarausfall

Frauen, die ihre Haare verlieren, leiden darunter erheblich stärker als Männer. Haarausfall bei Frauen kann zu erheblichen psychischen, familiären und sozialen Problemen führen. Allein Frauen zwischen 50 und 70 Jahren verlieren i.d.R. 20% ihres Haupthaares. Bei Männern sind oft genetisch Geheimratsecken oder eine Glatze (Mönchstonsur) schon in jungen Jahren vorprogrammiert.

Bei Frauen und Männern, die unter diesem Problem leiden, sollten zunächst eine genaue dermatologische Analyse erhalten. Konservative Therapien (bestimmte Tinkturen, Haar-Kapseln,  gezielte Tabletten) können auch mit der Mesotherapie kombiniert werden.

Haarausfall aller Art (außer schwere Formen der Alopecia areata) wird in den meisten Fällen gestoppt. Es hängt davon ab, wann mit der Mesotherapie begonnen wird. Wenn die Betroffene / der Betroffene zu lange gezögert hat, kann auch die Mesotherapie nicht mehr helfen. Innerhalb des ersten Jahres nach Beginn des Haarausfalls jedoch kann der Prozess gestoppt und die noch existenten Follikel stimuliert und regeneriert werden. Somit kommt es zu einem erneuten, oft anhaltenden Haarwachstum, verbunden mit einer verbesserten Haarqualität.
Die ästhetische Mesotherapie gegen Haarausfall ist oft die letzte Chance für unsere Patientinnen. Sie ist wegen ihrer sehr guten Ergebnisse sehr beliebt und ist die häufigste ästhetische Behandlung in der Mesotherapie. Sie wird in Kombination mit der Injektion mit Wachstumsfaktoren (PRP) frisch aus ihrem eigenen Blut durchgeführt. Die Gewinnung erfolgt in unserem eigenen Labor.

Die globalen Erfolgsraten in wissenschaftlichen Studien zeugen eine Patientenzufriedenheit von etwa 80%. Der Haarausfall-Stopp wurde nach vier Sitzungen in 90% erreicht (wir empfehlen für die Stabilisierung des Befundes 8 Sitzungen), neues Wachstum an den kahlen Stellen in 50-70% nach drei Monaten. Je jünger der Patient, dato besser das Ergebnis (Petit 1983-1992: 150 Fälle, van der Nieren 1992: 150 Fälle).

Geben Sie dem Melanom keine Chance: die digitale videounterstützte Hautkrebsvorsorge

Wir sind auf dem modernsten Stand der Medizin mit hochauflösender HD-Technologie.

Die Videodokumentation von Muttermalen dient der zuverlässigen Hautkrebsvorsorge

Mit Hilfe einer speziellen auflichtmikroskopischen Videokamera wird von der Haut ein genauer Muttermal-Katalog angefertigt. Er umfasst Übersichtsaufnahmen, die auf elektronischen Speichermedien konserviert werden. Muttermale, die aus hautärztlicher Sicht beobachtet werden sollen, werden zusätzlich mikroskopisch aufgenommen und begutachtet. Die elektronische Speicherung Ihres Hautbildes ermöglicht bei den Kontrolluntersuchungen (jährlich oder in grösseren Intervallen) einen objektiven und detailgetreuen Vergleich früherer mit dem aktuellen Hautbefund. Bis in den mikroskopischen Bereich!

 Die Hautkrebsvorsorge und Nachsorge umfasst folgende Leistungen: 

- die Inspektion des gesamten Hautorgans zur Früherkennung von Hautkrebs und dessen Vorstufen
- eine auflichtmikroskopische Untersuchung (Dermatoskopie) verdächtiger Hautveränderungen
- die Dokumentation kontrollbedürftiger Muttermale
- die Erstellung eines persönlichen Risikoprofils
- die Beratung zur Prävention (Lichtschutzmaßnahmen)

Jedes Jahr erkranken in Deutschland 120.000 Menschen an Hautkrebs. 7.000 davon an einem malignen Melanom. Über 2.000 sterben jährlich - oft in jungen Jahren - an den Folgen der Erkrankung. Und das, obwohl Hautkrebs, wenn er früh erkannt wird, zu 100% heilbar ist!

Bei dem Hautkrebsscreening und der digitalen Hautkrebsvorsorge geht es nicht nur um sog. Leberflecke. Wir schauen natürlich auch nach anderen bösartigen Neubildungen wie dem hellen Hautkrebs.  

Es gibt keine 100%ige Sicherheit. Aber Technik auf dem Stand der heutigen Medizin, gepaart mit über 25 Jahren Erfahrung sind beste Voraussetzungen, Ihnen fachgerecht helfen zu können.

Privatkassen tragen die Leistung i.d.R. voll.

 

Wie viele bösartige Hauttumore entdecken wir in einem Jahr in unserer täglichen Praxis?

 Das erfahren Sie hier

 

Das digitale Melanom-Prüf-Programm

Eine integrierte Bildauswertungs-Software bietet dem Arzt eine zweite – objektive – Meinung zur Unterscheidung von gutartigem Muttermal und malignem Melanom. Patienten mit frühzeitig erkanntem Melanom haben eine deutlich günstigere Prognose als Patienten mit spät erkanntem Melanom. Ein rechtzeitig erkanntes Melanom kann mit nahezu 100-prozentiger Sicherheit geheilt werden. Wegen der in den letzten dreißig Jahren stark angestiegenen Inzidenz wurden viele Anstrengungen zur Verbesserung der Früherkennung unternommen. So ist in Kooperation mit der Universitäts-Hautklinik Tübingen der Mole Analyzer entstanden, der auch in unserer Praxis eingesetzt wird. Für die Unterscheidung zwischen gutartigen Muttermalen und dem malignen Melanom ist eine jahrelange klinische Erfahrung erforderlich. Das System erreicht in etwa die gleiche Diagnosequalität wie die eines erfahrenen Spezialisten. 

Nur wenige Leberflecke? Hautkrebsvorsorge lohnt sich trotzdem

Personen mit vielen Leberflecke (Nävuszellnävi) haben ein erhöhtes Melanomrisiko. Allerdings werden bei ihnen fast nur dünne Tumoren entdeckt. Dagegen ist bei Melanom-Patienten mit wenigen Nävi das Risiko für dicke Geschwülste deutlich erhöht.

Personen mit multiplen sowie atypischen Nävi haben bekanntlich ein erhöhtes Melanomrisiko. Allerdings ist unklar, ob sie damit auch eine schlechtere Prognose haben. Nach einer aktuellen Analyse gehen US-Dermatologen davon aus, dass Melanome bei Personen mit mehr als 50 Nävi zum Zeitpunkt der Tumordiagnose eher noch dünn sind. Dagegen ist bei wenigen und bei atypischen Nävi das Risiko deutlich erhöht, bei der Diagnose einen Tumor jenseits von 2mm Dicke zu tragen. Möglicherweise sind sich Personen mit multiplen Nävi sowie deren Ärzte des Erkrankungsrisikos eher bewusst und kontrollieren ihre Leberflecke strenger.

Fazit: Die allermeisten Melanom Patienten haben weniger als 20 Nävi. Gerade bei ihnen finden Ärzte aber vermehrt dicke Tumoren. Dermatologen betrachten daher Personen mit wenigen Nävi genau so kritisch und untersuchen wie solche mit sehr vielen - vor allem jenseits des 60. Lebensjahrs.

Melanome in der Schwangerschaft besonders gefährlich

Welche Besonderheiten Melanome auszeichnen, an denen Frauen vor dem 50. Lebensjahr erkranken, haben US-Dermatologen untersucht. 41 Patientinnen hatten schwangerschaftsassozierte maligne Melanome (SAMM); bei Ihnen wurden die Tumoren während oder binnen eines Jahres nach Ende der Schwangerschaft diagnostiziert. In der multivariaten Analyse ergab sich für SAMM eine statistisch relevante Erhöhung der Mortalität um den Faktor 5,1. Dermatologen weisen ausdrücklich darauf hin, jede Veränderung oder neue Läsion rasch abklären zu lassen.

(Publikation hautnah dermatologie 2016;32)

Unsere Versorgungsziele beim Hautkrebs

1. Unsere Patienten werden vor der Entstehung von Hautkrebs wirksam geschützt.
2. Unsere Patienten haben eine hohe Kompetenz, um eine informierte Entscheidung zu treffen.
3. Hautkrebs wird frühzeitig erkannt und fachgerecht behandelt.
4. Die Tumornachsorge erfolgt leitliniengerecht.
5. Patienten in unserer Praxis sollen eine gute Lebensqualität erhalten.

Diese Leitlinien orientieren sich an der Nationalen Versorgungskonferenz Hautkrebs (NVKH).

Quelle und nähere Informationen erfahren Sie in der Publikation im Deutschen Ärzteblatt. 

Quelle Bild Visiomed.de

 

Quellverzeichnis beim Verfasser.

Tumorchirurgie

Tumorchirurgie

Die Narbe ist die Visitenkarte des Hautchirurgen. Deshalb bemühen wir uns um ästhetische Wundverschlüsse. Wo es sinnvoll ist, nähen wir intracutan, d.h. die Naht ist versenkt und muss nicht gezogen werden. 

Hautkrebs zählt zu den häufigsten Krebsarten überhaupt und nimmt weiter zu. Zu dieser Entwicklung trägt häufiges Sonnenbaden bei.

Es gibt viele verschiedene Arten von Hautkrebs. 
Der sogenannte „schwarze Hautkrebs" (malignes Melanom) ist die gefährlichste und bekannteste Art, aber nicht die häufigste. 
Die häufigste Krebsart an der Haut nennt sich „Basalzellkarzinom". 

 

Basalzellkarzinom - weißer Hautkrebs

Es handelt sich um rötliche, derbe Knötchen oder bizarre, nagelgroße, feste rotgelbe Schuppen an der Haut. Basalzellkarzinome senden praktisch nie Tochtergeschwülste in andere Organe des Körpers (Metastasen); der Kranke stirbt daher sehr selten daran. Allerdings können sich Basalizellkarzinome durch die Haut in tiefer gelegene Organe „hindurchfressen". Da Basalzellkarzinome oft im Gesicht entstehen, können sie unbehandelt zur Zerstörung von Nase, Ohren oder Augen führen. 

Eine frühzeitige operative Entfernung ist daher erforderlich, die in unserer Praxis i.d.R. ambulant durchgeführt wird. 

Dem früheren amerikanischen Präsident Ronald Reagan z.B. wurde nach jahrelangem Aufenthalt im sonnenreichen Kalifornien ein Basalzellkarzinom an der Nase entfernt. 

Photodynamische Therapie

Malignes Melanom - schwarzer Hautkrebs

Der schwarze Hautkrebs (malignes Melanom) hat viele Gesichter. 

Fast immer macht er sich durch eines dieser fünf Signale bemerkbar:

- Das Pigmentmal ist deutlich schwärzer in Form und/oder Farbe unregelmäßig.
- Es verändert die Farbe, wird heller/dunkler.
- Nach jahrelangem Stillstand wächst es wieder.
- Manchmal brennt, juckt oder blutet es.

Erhöhtes Risiko besteht bei:

- hellem Hauttyp- Sonnenbränden vor allem im Kindesalter
- vielen (> 50) Leberflecken
- Krebsleiden in der eigener oder der Familienvorgeschichte
- angeborenen Muttermalen.

Die digitale Hautkrebsvorsoge ist ein sicherer Weg zur Früherkennung von Hautkrebs auf dem modernsten Stand der Medizin.

Der „schwarze Hautkrebs" (malignes Melanom) zählt zu den aggressivsten Krebsarten überhaupt. Er ist schon im Frühstadium als schwarzbrauner, unregelmäßiger Fleck an der Haut erkennbar. In seltenen Fällen entgeht er auch dem erfahrenen Hautarzt im Anfangsstadium, insbesondere wenn nicht moderne Hilfsmittel wie das Auflichtmikroskop oder besser noch die digitale Hautkrebsfrüherkennung genutzt wird. 

Melanome können aus Muttermalen entstehen, aber auch aus völlig normaler Haut. Es gibt verschiedene Typen: knotenförmige „noduläre" Melanome, flach wachsende „oberflächliche" Melanome, farblose „amelanotische" und Melanome an Fingern und Zehen („akrolentiginöse"). Daneben gibt es noch sehr selten sog. mukosale Melanome z.B. im Urogenital-Trakt, der Hirnhäute (meningeale Melanome) u.a. Die Überlebensprognose der letztgenannten ist besonders schlecht.

Melanome können an jeder Hautstelle, ja sogar im Auge entstehen. Bei Frauen finden sich Melanome eher an den Beinen, bei Männern eher am Rücken. Die Häufigkeit der Melanome („Inzidenz") nimmt zu und verdoppelt sich etwa alle 10 Jahre. Glücklicherweise werden sie immer öfter mit der digitalen Hautkrebsfrüherkennung im Frühstadium erkannt, so daß die Behandlungserfolge ebenfalls zunehmen (in einigen Fällen = 100%). Je dicker (also je älter) der Tumor bei der Entfernung ist, desto kürzer ist die statistische Überlebensdauer des Kranken. 

Aus diesem Grund ist die Früherkennung äußerst wichtig. Jeder schwarze Hautkrebs wird mit einem großzügigen Rand aus gesunder Haut herausgeschnitten. 

Weitere Informationen:
Die Überlebensprognose des malignen Melanoms wird wesentlich von der Tumordicke (in mm nach Breslow) bestimmt und vom Vorliegen eines Hautdefekts (Ulzeration in der Epidermis). Daher ist eine Früherkennung so wichtig! 
Eine hohe Zell-Teilungsrate (Mitoserate) wird ebenfalls prognostisch ungünstig bewertet. Patienten mit Tochtergeschwülsten (Fernmetastastasen) haben ein mediales Überleben von 6-9 Monaten, 25 % überleben ein Jahr, und nur etwa 15% überleben 3 Jahre. 
Klassische Chemotherapeutika wie Dacarbazin, Cisplatin und Fotemustin führen nicht zu einer signifikanten Verlängerung der Überlebenszeit. Die Fälle, die Dr. Steinmann erlebt hat, haben im Gegenteil die Lebensqualität der Betroffenen deutlich noch verschlechtert. 
Die Entdeckung von sog. Treibermutationen brachte einen therapeutischen Durchbruch in der Therapie des metastasierten Melanoms mit BRAF-Inhibitoren (Vemurafenib, Dabrafenib) und MEK-Inhibitoren (in Deutschland nicht zugelassen).

(Zitation nach Tietze et al. Thieme onko 2015;36:150-156)

Aktinische Keratosen - Krebsvorstufen

 Die aktinische Keratose ist eine durch chronische Lichtschädigung verursachte Veränderung der verhornten Oberhaut, die bösartig entarten und zu einem Plattenepithelkarzinom (s.u.) führen kann. Sie gilt heute als eine Krebsfrühform, nicht mehr als Krebsvorstufe. Sie tritt vor allem bei Menschen in der zweiten Lebenshälfte an Stellen auf, die besonders häufig dem Sonnenlicht ausgesetzt waren: Gesicht, Handrücken, Stirn, Glatze, Nase, Ohr. 

Am häufigsten betroffen sind Menschen hellen Hauttyps und solche, die sich viel unter freiem Himmel aufhalten, bevorzugt jenseits des 50. Lebensjahrs. Bei Männern sieht man diese Hautveränderungen etwas häufiger. 

Es gibt je nach Befallsart unterschiedliche Behandlungsmethoden. Sie können in örtlicher Betäubung sehr einfach gelasert werden. Diese Methode ist die schnellste und in unseren Augen effektivste. 

Aktinische Keratosen können mit Hyaluron/Diclofenac-Creme5-Fluoruracil-Creme oder einer immunmodulatorischen Creme (Imiquimod) behandelt werden. Letztere führen über Wochen zu stark sichtbaren Hautreizungen und Krusten und entfernen nicht sicher die Frühformen des weißen Hautkrebses. 

Sollten sehr viele, über die lichtgeschädigte Haut verteilte aktinische Keratosen vorliegen, eignet sich die Photodynamische Therapie (PDT). 

Bei der PDT wird vor der Behandlung eine spezielle Creme aufgetragen, die die Haut lichtempfindlicher macht. Anschließend wird eine gezielte Bestrahlung der geschädigten Haut mit einer Lichtquelle bestimmter Wellenlängen die lichtsensiblen Hautareale behandelt. Dadurch werden die bereits veränderten Areale (aktinische Keratosen) gezielt zerstört. Es bildet sich zunächst eine Rötung und eine Entzündungsreaktion, die im Verlauf abheilt. Sie erhalten im Anschluß zur Hautpflege eine Creme, die sie regelmäßig zweimal täglich anwenden. 

Vorteil dieser Behandlung ist das großflächige Erfassen diffus erkrankter Haut. Bösartige Neubildungen, die gerade im Entstehen sind, werden gleich erfaßt, ehe sie sich ausbilden. 

Bei extrem ausgeprägten Fällen, wenn ein Feldkanzerisierung mit starken Verhornung vorliegt, wird eine intensive, großflächige Laser-Hauterneuerung, das Laser-Skinresurfacing mittels eines Scanners vorgenommen.

Plattenepithelkarzinom

Plattenepithelkarzinom

Plattenepithelkarzinom, zweithäufigste Krebsart. 
Ein bösartig, oft langsam wachsender Tumor, der anders als beim Basalzellkarzinom (eher) Tochtergeschwülste (Metastasen) setzt. Auch diese bösartigen Wucherungen der Hornzellen der Haut sind eindeutig auf Sonnenstrahlung zurückzuführen. Im Frühstadium erkennt der Arzt eine festhaftende, gelbliche Schuppung auf gerötetem Hautfleck. Spinalzellkarzinome entstehen oft aus typischen Sonnen- und Altersflecken der Haut. 

Die Behandlungsmöglichkeiten sind genauso vielfältig wie beim Basaliom: Herausschneiden in örtlicher Betäubung, Zerstörung durch Vereisen oder LasernKürettage (Abkratzen mit Spezialinstrumenten), Bestrahlungen. Eine sorgfältige chirurgische Entfernung ist oft die beste Therapie. Selbst bei sorgfältigstem Vorgehen kommt es in 5-10% aller Fälle zu einem Rezidiv (Rückfall) des Hautkrebses. Aus diesem Grund ist die regelmäßige Nachbeobachtung durch den Hautarzt so wichtig. 

Unsere Praxis ist dem Tumornachsorge-Programm des Landes Rheinland-Pfalz angegliedert, so daß eine fachgerechte Nachkontrolle gewährleistet ist.

Und wie viele bösartige Hautumore entdecken wir in einem Jahr in unserer täglichen Praxis?                                  

Malignes Melanom (Schwarzer Hautkrebs)

 13 Fälle

Lentigo maligna (Frühform des schwarzen Hautkrebses)

 4 Fälle

Dysplastischer Nävuszellnävus (pot. Vorläuferstufe des schwarzen Hautkrebses)

 151 Fälle

Basalzellkarzinom (weißer  Hautkrebs)

 108 Fälle

Plattenepithelkarzinom (weißer Hautkrebs)

 30 Fälle

Carcinoma in situ eines Plattenepithelkarzinoms (Ausgeprägte Frühform des weißes Hautkrebses)

 8 Fälle

Aktinische Keratosen (pot. Vorläuferform des weißen Hautkrebses)

 2100 Fälle

Morbus Bowen (weißer Hautkrebs)

 7 Fälle

Sonstige bösartige Neubildungen 

5 Fälle

 

Histamin-Intoleranz

Histamin-Intoleranz

Histamin ist ein biogenes Amin und zählt zu den Stoffen, die bei einer allergischen Reaktion freigesetzt werden. Es ist für die unangenehmen und bisweilen sogar gefährlichen Symptome verantwortlich. Die Symptome als Folge einer erhöhten Histamin-Belastung können Hautrötungen, Juckreiz und Quaddelbildung, Übelkeit bis hin zu Erbrechen, Durchfall, Magenkrämpfe, Herzrasen, Schwindel, Empfindungsstörungen der Haut, rinnende Nase, Asthma aber auch Kopfschmerzen und Migräne sein. Bei der Histamin-Intoleranz handelt es sich um ein Ungleichgewicht zwischen Histamin und dem Enzym, das es abbauen soll, der so genannten Diaminooxidase. Dieses Ungleichgewicht kann durch verschiedene Faktoren hervorgerufen werden.

 

Diagnostik

Es existiert bis jetzt keine einheitliche Vorgehensweise zur Diagnose einer Histamin-Intoleranz. Die folgenden Möglichkeiten stehen dem Arzt zur Verfügung: Ein ausführliches Arzt-Patienten-Gespräch steht an erster Stelle jeder Diagnostik. Eine Eliminationsdiät ist oft die Methode der Wahl. Dabei wird der Patient auf eine histaminarme Kost gesetzt, die er rund vier Wochen einhalten muss. Bei einer vorhandenen Histamin-Intoleranz erfolgt eine relativ rasche Symptom-Besserung.

 

Therapie

Zum einen sollte eine histaminarme Diät beibehalten werden. Histaminreiche Nahrungsmittel und solche, die Histamin unspezifisch freisetzen können, sollten gemieden werden. Die Schwankungsbreite des Histamingehaltes in Nahrungsmitteln ist sehr hoch, (Wein, Käse = 0,4 - 250mg Histamin/100g) abhängig von Frische, Reife und Sorte des Nahrungsmittels. 

Daher:

- Lebensmittel so frisch wie möglich verzehren
- Frische lebensmittel mit relativ hohem Gehalt an biogenen Aminen einschränken (z.B. Bananen, Tomaten, Spinat...)
- Kochen, Backen oder Einfrieren ändert den Gehalt an biogenen Aminen in Lebensmitteln nicht!
- Verzicht auf gereifte Lebensmittel (z.B. Sauerkraut)
- Fischsorten (z.B. Makrele, Sardelle, Hering, Thunfisch) einschränken/meiden- Frischen oder tiefgekühlten Fisch gegenüber geräuchertem, getrocknetem oder gesalzenem vorziehen.
- Fisch vor der Zubereitung wässern, da Histamin wasserlöslich ist
- Weißwein statt Rotwein verzehren (Besonders hohe Histaminwerte hat z.B. französischer Rotwein, Chianti und Muskat; Spätlesen erhalten mehr biogene Amine als Kabinettweine)
- Streichkäse und Butterkäse anstelle von Hartkäse verwenden
- Jungen Käse gegenüber altem, lange gereiften Käse vorziehen, der höchste Gehalt an biogenen Aminen befindet sich im Rindenbereich
- Kochwurst (z.B. Leberwurst) anstelle von Rohwurst (z.B. Salami) und Schinken verzehren
- Verzehr von Schokolade einschränken/meiden 

Quellverzeichnis beim Verfasser.

Periorale Dermatitis

Bei der perioralen Dermatitis handelt es sich um eine häufige chronische Erkrankung, die mit perioralen (um den Mund) Knötchen und Pusteln (Eiterpöckchen) einhergeht. Betroffen sind zumeist das Kinn, die Nasenfalten, die seitlichen Mundpartien, die Stirn und die Partie um die Augen. Gelegentlich kann das gesamte Gesicht betroffen sein. Die Hautveränderungen ähneln so sehr der Rosazea (Couperose), dass die periorale Dematitis auch Rosazeaartige Dermatitis genannt wird. Die Hauterkrankung entsteht oft bei einer überpflegten (Feuchtigkeitscremes) oder überreizten Haut (Waschverhalten, Kälte, Hitze). Stewardessen, die immer gut gepflegt aussehen müssen, sind daher eine Personengruppe, bei der diese Hauterscheinungen am häufigsten sind. Ein anderes Synonym ist "Stewardessen-Krankheit", welches die Häufung dieser Erkrankung bei jungen, wohlgepflegten Frauen widerspiegelt.  

 

Es handelt sich bei der perioralen Dermatitis um einen chronisch verlaufenden, immer wieder neu aufschießenden Ausschlag um den Mundbereich - gelegentlich um Nase und Augen - vorwiegend bei jungen Frauen

 

Wieso führt denn eine Überpflegung der Haut ausgerechnet zu einem ungepflegten Erscheinungsbild? 

Die Frage kann auf den ersten Blick recht einfach erklärt werden: Insbesondere Feuchtigkeitscremes führen zu einer Quellung der Epidermis, der Oberhaut. In diesem Milieu fühlen sich Mikroorganismen ganz besonders wohl und breiten sich aus. Es kommt zur entzündlichen Rötung, Schuppung und juckenden Knötchen im Gesicht. Glukokortikoide (sog. Kortisone) führen anfangs zu einer Besserung, unterhalten oder verschlimmern gar den Hautzustand. Setzt man das Kortison ab, so kommt es zu einer raschen Zunahme der Entzündung, mit der Folge, daß Patientinnen das Präparat wieder anwenden. So entsteht dann ein Teufelskreis, aus dem man mit Unterstützung des Arztes wieder heraus kommt. Nach langzeitigem Gebrauch von Steroiden (Kortisonpräparate) kann zunächst die Verwendung eines gering potenten Steroids äußerlich notwendig sein, um die Entzugssymptomatik abzuschwächen. Weitere Faktoren, die die Erkrankung provozieren können sind manchmal, UV-Licht (Sonne, Solarium), weibliche Geschlechtshormone (Pille), häufiges Waschen des Gesichts (Zerstörung des natürlichen pH-Werts der Haut) und, wie oben erwähnt, der emotionale Streß. Nicht desto trotz handelt es sich hierbei um eine Hypothese. Die tiefgründigen Ursachen sind Gegenstand der derzeitigen Forschung.

 

Bei der Behandlung ist Geduld seitens der Patientin und des Arztes gefordert. Gemeinsam aber, ist die Hauterkrankung zu bewältigen.

 

Die Therapie besteht zunächst aus einer Nulltherapie, d.h. dem Absetzen aller Kosmetika und bisherigen Salben. Die Reinigung der Haut sollte mit einer Reinigungsemulsion oder einem sparsam verwendeten Syndet („seifenfreie Seife“) erfolgen. Wichtig ist, dass das Gesicht anschließend nur abgetupft wird ohne zu reiben! Nach der Reinigung kann z.B. eine metronidazolhaltige Creme aufgetragen werden. Am Abend sollte eine erneute Reinigung der Haut erfolgen. Bei Spannungsgefühl der Gesichtshaut können Schwarzteeumschläge (mehrere nicht parfümierte Teebeutel mit kochendem Wasser übergießen und 15-20 Minuten ziehen lassen)  vorgenommen werden. Therapieerfolge können auch durch konsequentes Austrocknen (!) der Haut erzielt werden. Alternativ können antibiotikahaltige Lösungen, Gele oder Cremes verwendet werden. 

In manchen Fällen kann eine innerliche Therapie notwendig werden. Hier haben sich Antibiotika wie Doxycyclin und Minozyclin bewährt.

Quellverzeichnis beim Verfasser.

Nagelpilz

Pilze, die Hauterkrankungen und Nagelinfektionen auslösen können, befinden sich überall in unserer Umgebung, vorzugsweise aber dort, wo es feucht und warm ist. Deshalb gelten öffentliche Schwimmbäder, Saunen, Duschkabinen und das familiäre Umfeld als Hauptinfektionsquellen. Normalerweise wird ein gesunder Nagel nicht so leicht befallen. 

Erst unter bestimmten Voraussetzungen, meist krankheitsbedingten oder mechanischen Schädigungen der Nägel, kommt es zu einer Infektion. In den meisten Fällen beginnt diese mit einer Verfärbung am vorderen Nagelrand. Die Pilze wandern in und unter der Nagelplatte bis zur Nagelbildungsstelle vor und lockern dabei die Nagelplatte weiter auf. 

Voraussetzungen für eine Nagelpilzinfektion: 

- Verletzungen des Nagels oder der Nagelhaut.
- Einrisse an den Nägeln.
- Häufiges Tragen von luftundurchlässigemengem Schuhwerk oder Kleidung (Turnschuhe, Gummistiefel oder Gummihandschuhe).
- Arbeit in feuchter Umgebung.
- Durchblutungsstörungen an Händen und Füßen (z.B. durch Diabetes etc.).
- Verlangsamtes Nagelwachstum (z.B. bei Senioren). Sie gedeihen besonders gut in luftundurchlässigen Schuhen, in Schwimmbädern und Saunaanlagen.

Daher gibt es einige Grundregeln, die Sie beherzigen können:

- Halten Sie Ihre Nägel kurzgeschnitten!
- Trocknen Sie Hände und Füße nach dem Baden gut ab!
- Trocknen Sie besonders auch die Zwischenzehenräume nach dem Waschen gut ab!
- Benutzen Sie Ihr eigenes Handtuch, welches regelmäßig bei 60° C gewaschen wird!
- Tragen Sie atmungsaktive Schuhe (Sandalen, Leder), wechseln Sie die Schuhe so oft wie möglich!
- Vermeiden Sie zu enges Schuhwerk, das Druckstellen verursachen kann.
- Laufen Sie nie barfuß in Schwimmbädern, Saunaanlagen, öffentlichen Duschen und Hotelzimmern!
- Wechseln Sie Ihre Socken täglich!
- Tragen Sie Socken, die mindestens bei 60° C gewaschen werden können und aus atmungsaktiven Materialien (Baumwolle, Wolle, Seide) hergestellt sind!

Sollte bei Ihnen ein besonderes Infektionsrisiko vorliegen (Sie sind Diabetiker, erhalten Cortison-Tabletten, sind starker Raucher etc.) sollten Sie mit Ihrem Arzt die Pilz-Vorsorge besonders besprechen.

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Pityriasis rosea (Röschenflechte)

Die Röschenflechte ist eine harmlose, nicht ansteckende und selbst limitierende Hauterkrankung, deren Ursache bis heute nicht eindeutig geklärt ist (gehäuftes Auftreten nach Virusinfekten) und die gehäuft im Frühjahr und Herbst auftritt.  Betroffen sind in der Regel junge Erwachsene, häufig in Streßsituationen. In der Regel erleidet jeder Mensch eine Pityriasis rosea nur einmal in seinem Leben

Symptome 

Die Erkrankung beginnt meist mit einem einzelnen, rötlich-ovalen Fleck am Stamm mit typischer Schuppenkrause (Primärmedaillon). Nach ca. 7-14 Tagen folgt die Aussaat von vielen kleineren Herden am Stamm, häufig begleitet von Juckreiz.  Gesicht, Hände und Füße bleiben in der Regel unbeteiligt.  Das Allgemeinbefinden ist unbeeinträchtigt.  Organe werden nicht befallen.

Behandlung

Insgesamt heilen die Herde innerhalb von 8-10 Wochen auch ohne weitere Behandlung narbenfrei ab. Stark fettende und dick aufgetragende Salben und okklusive (luftundurchlässige) Kleidung sind ebenso wie körperliche Anstrengung oder Schwitzen jeglicher Art (Sauna, Solarium) zu vermeiden. Eine Wärmestauung führt zur Irritation (Reizung) der Pityriasis, so daß der Juckreiz unerträglich wird und die Hautveränderungen stark entzündlich imponieren. Die Dauer der Erkrankung bleibt durch Medikamente oder Salben unbeeinflusst. Es ist allerdings möglich, den Juckreiz durch Tabletten (sog.  Antiallergika) zu mildem.  Von einer übermäßigen Hautreinigung ist dringend abzuraten

Weitere Empfehlungen:

- Jede Reizung der Haut sollte vermieden werden
- Meiden Sie enganliegende Kleidung
- Betreiben Sie keinen schweißtreibenden Sport
- Duschen Sie nicht so heiß, nicht so lang, nicht so oft
- Vermeiden Sie die Anwendung von zu viel Duschgel

Klinische Bilder 

Bei weiteren Fragen wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt in der Haut- und Laserpraxis.

 

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Pityriasis versicolor (Kleienpilzflechte)

Was ist eine Kleienpilzflechte? Bei der Kleienpilzflechte (Pityriasis versicolor) handelt es sich um eine kaum ansteckende Pilzerkrankung der Haut. Sie ist nur minimal entzündlich. Sie äußert sich in kleinen, linsen-­ bis fünf-Centstück­ großen, schuppenden, gelblich bis bräunlich verfärb­ten Flecken, die vor allem am Hals und an Brust und Rücken auftauchen, aber auch an Stellen, an denen häufig Haut auf Haut liegt, wie zum Beispiel unter den Achseln oder in der Leistengegend. Die Flecken kom­men zustande, weil unter dem Einfluss des Pilzes die Hautpigmentbildung und ­Verteilung gestört ist: Auf gebräunter Haut erscheinen die befallenen Areale heller, auf nichtgebräunter Haut jedoch dunkler als die gesunde Haut. Daher kommt es bei dieser Krankheit zu einem Far­bumschlag der Flecken, der abhängig von der Jahres­zeit auftritt: Im Sommer erscheinen die Flecken heller und im Winter dunkler. Diese Eigenschaft der Erkran­kung findet sich zum Teil in ihrem medizinischen Namen wieder (versicolor = farbwechselnd). Außer der Fleckenbildung, einer leichten Schuppen­bildung und manchmal etwas Juckreiz, bestehen bei der Kleienpilzflechte keine weiteren Symptome. In warmen Klimazonen, beziehungsweise während der warmen Jahreszeit, tritt sie häufig auf, zumal warme und feuchte Luft das Pilzwachstum stark beschleunigt. Man weiß heute, dass dieser Pilz nur eine andere Wachs­tumsform des Hefepilzes Malassezia furfur ist, der auch für die seborrhoische Dermatitis mitverantwortlich ist. Daher wird auch die Kleienpilzflechte durch starke Schweiß-­ und Talgabsonderung begünstigt. Des Weiteren können mangelhafte Hygiene oder das Gegenteil – zu viel Wasser und Seifen, oder übermäßige Anwendung von Körpercremes dazu beitragen, dass die Erkrankung immer wieder ausbricht. Auch die häufige Verwendung kortisonhaltiger Salben oder Cremes begünstigt das Auftreten dieser speziellen Wachstums­form des Malassezia furfur, da sie nachhaltig die Immun­abwehr schwächen. Wenden Sie sich zur näheren Abklärung der möglichen Ursachen an unsere Praxis. Die Dauer eines erzielten Behandlungserfolgs ist im wesent­lichen von der Meidung der auslösenden Faktoren ab­hängig. In gewissem Umfang ist die Pityriasis versicolor ansteckend, jedoch nur für Personen, die eine noch nicht bekannte Zusammensetzung des Körperschweißes haben, der günstige Bedingungen für das Wachstum dieses Pilzes mit sich bringt. Dennoch gilt, dass Sie nur eigene Handtücher verwenden sollten, um eine Ansteckung prädisponierter Personen auf diesem Wege zu vermeiden. 


Generell gilt: Die Pityriasis versicolor ist harmlos, aber hartnäckig und bedarf einer konsequenten Behandlung! Voraussetzung für jede medikamentöse Behandlung der Pityriasis versicolor ist ein tägliches (!) Wechseln der dem Körper direkt anliegenden Wäsche und auch Nachtwäsche.

 

Bitte beachten Sie jedoch: Selbst wenn der Pilz erfolgreich behandelt wurde, dauert es noch ungefähr zwei bis drei Monate, bis sich die verfärbte Haut im Farb­ton wieder vollkommen angleichen kann.

 

Können diese Erkrankungen behandelt werden? Ja, beide Erkrankungen sind behandelbar. Es gibt mittlerweile zahlreiche Präparate, die dagegen eingesetzt werden. Herausgestellt hat sich jedoch, dass die beste Strategie für eine erfolgreiche Behandlung die Bekämpfung der zugrundeliegenden Pilzinfektion ist. 

 

Was tue ich, um nicht wieder infiziert zu werden? Textilien, die mit der befallenen Haut Kontakt haben, sollten Sie möglichst bei 95°C waschen (notfalls 60° oder mit Canesten Wäschespüler in der Maschine waschen), da sonst eine Reinfektion droht. 

 

Die infektionsbedingte Pigmentstörung benötigt nach der Behandlung einige Zeit zur Repigmentierung. Bitte die Haut nicht so oft, so lang, so heiß und möglichst ohne Seife waschen. Am Besten Sie nutzen beim Duschen auf den Stellen zusätzlich ein Antipilzshampoo (z.B. Batrafen, Ketokonazol, Sebiprox). Pflegecremes nutzen, Schwitzen vermeiden, wo es geht. Unbehandelt bleiben die bräunlichen und/oder weißlichen Hautveränderungen in wechselnder Ausprägung jahrelang bestehen. Die Infektion hinterlässt keine Narbe auf Ihrer Haut.

Bilder zu Pityriasis versicolor

Quellverzeichnis beim Verfasser.

Polymorphe Lichtdermatose (Licht-/Sonnenallergie)

Die polymorphe Lichtdermatose (PLD) ist die häufigste Form der "Sonnenallergie". Sie ist jedoch keine "echte" Allergie. In der Fachliteratur wird geschätzt, daß bis zu 20% der Bevölkerung unter den Symptomen der PLD (mal stärker, mal schwächer) leiden. Die Symptome einer polymorphen Lichtdermatose können - wie der Name "polymorph" schon sagt - je nach Person sehr unterschiedlich sein. Dem einen machen mehr die langwelligen UVA-Strahlen (am häufigsten) zu schaffen, dem anderen die gefährlicheren kurzwelligen UVB-Strahlen. Bei ein und demselben Patienten sind die Symptome der PLD aber immer gleich. Die Betroffenen, meistens Frauen, entwickeln nach den ersten Sonnenstrahlen auf sonnenentwöhnten Körperstellen wie Dekolleté, Oberarmen und Schultern juckende, fleckige oder bläschenartige gerötete Hautausschläge. In der Regel treten die Beschwerden erst einige Stunden bis Tage nach den ersten ausgedehnten Sonnenbädern auf. Viele Betroffene kommen damit zurecht, nur 5% suchen einen Arzt auf. Mit zunehmender Gewöhnung der Haut an die intensive Sonnenstrahlung und Bräunung klingt der Ausschlag allmählich wieder ab, ohne einen bleibenden Hautschaden zu hinterlassen - im Gegensatz zum Sonnenbrand. Aber sobald im nächsten Jahr die ersten längeren Sonnenbäder genommen werden, erscheint der Ausschlag wieder unvermindert heftig.

Behandlung
 Die Behandlung der polymorphen Lichtdermatose besteht zunächst ganz einfach in der Meidung krankmachender Sonneneinstrahlung. Wer dies aber nicht will oder kann, sollte nur Lichtschutzmittel verwenden, die hochwirksame UV-A-Filter enthalten. Für den normalen Lichtschutz gegen Sonnenbrand reichen UV-B-Filter, bei Sonnenallergie sind normale Lichtschutzmittel jedoch nicht geeignet
 
Sinnvoll kann auch eine Lichttherapie sein, mit der die Haut auf intensive Sonneneinstrahlung, z. B. im Urlaub, vorbereitet wird. Dabei wird der Körper in steigender Dosierung entweder mit UVA- oder UVB-Licht bestrahlt, je nachdem welche Strahlenkomponente die Hauterkrankung hervorruft. Dies lässt sich durch einen Hauttest vorher klären. Mit der Lichttherapie sollte man 4 Wochen vor Urlaubsbeginn anfangen. Um eine Überdosierung zu vermeiden, sollte sie von einem Hautarzt durchgeführt werden.
 
Ein kleiner Sonnenschutz lässt sich auch von innen aufbauen. Nimmt man etwa vier bis fünf Wochen vor Urlaubsbeginn regelmäßig Beta-Carotin ein, stärkt man den Schutzmechanismus der Haut schon vor der ersten Selbstbräunung. Der Pflanzenfarbstoff lagert sich in die Haut ein, und Teile der UV-Strahlung werden so bereits in den oberen Hautschichten abgefangen. Beta-Carotin ist in dunkelgrünem und buntem Gemüse vorhanden, wie in Paprika oder Karotten. Die Aufnahme über die normale Nahrung reicht als Vorbereitung für den Sommerurlaub jedoch nicht aus. Ein Zusatzeffekt des Beta-Carotins: Es fängt die sogenannten freien Radikale in der Haut ab, die sich bei jedem Sonnenbad bilden und die Haut auf lange Sicht erheblich schädigen können. Die bei vielen Patienten beliebte Vorbeugung mit Kalcium hilft dagegen weder bei Sonnenallergie noch bei anderen Allergien.
 
 Tipps für den Urlaubsort

- Machen Sie es wie die Südländer und halten Sie während der Mittagsstunden Siesta in geschlossenen Räumen. Schatten ist zwar gut, aber besonders in der Nähe von Wasser haben Sie auch hier noch eine hohe UV-Belastung.

- Bekleidung, die den Körper bedeckt, hilft, insbesondere wenn es sich um spezielle UV-undurchlässige Stoffe handelt. Sie kann allerdings nur teilweise Schutz bieten. Auch ein breitkrempiger Hut ist empfehlenswert.

- Besorgen Sie sich Lichtschutzmittel mit hoher UV-A-Schutzwirkung; lagern Sie sie möglichst kühl. Lichtschutzmittel sind nicht unbegrenzt haltbar, deshalb keine Reste vom letzten Jahr verwenden. Um anderen Unverträglichkeiten vorzubeugen, sollten unparfümierte Produkte und für Erwachsene Produkte auf einer Gel-Grundlage bevorzugt werden.

- Lichtschutzmittel rechtzeitig auftragen, sie brauchen 30 Minuten bis sie ihre Wirksamkeit erreichen.

- Beim Baden brauchen Sie (und Ihre Kinder) unbedingt wasserfesten Lichtschutz.

- Beim Eincremen besonders auf den Nasenrücken achten und die Ohrmuscheln nicht vergessen; für behaarte Hautpartien sind Sonnenschutz-Sprays geeignet. 

 

Wenn die Hautausschläge trotzdem auftreten, ist eine juckreizstillende Salbe hilfreich.

Klinische Bilder

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Psoriasis (Schuppenflechte)

Schuppenflechte - eine Volkskrankheit?

Wußten Sie, daß Romy Schneider Schuppenflechte hatte?  Und Wilhelm Furtwängler?  Und Zarah Leander? 

Schuppenflechte ist eine der häufigsten Hautkrankheiten in Europa und Nordamerika.  Viele Betroffene können recht gut mit ihr leben und sogar in Berufen, die von den kritischen Augen der Öffentlichkeit abhängig sind, erfolgreich sein.  Daß beruflicher Erfolg allein aber nicht vor psychischen Belastungen schützt, macht ein Zitat des amerikanischen Schriftstellers John Updike deutlich: „Psoriasis hält einen in Atem". Geheimhaltungsstrategien schießen ins Kraut, und die Selbstprüfung nimmt kein Ende." 

Die Schuppenflechte kommt sehr häufig vor: 

Rund drei von hundert Menschen in Mitteleuropa leiden an dieser chronischen Hauterkrankung.  Obwohl ihre Ursachen noch weitgehend unbekannt sind, können die durch Psoriasis ausgelösten Symptome gut behandelt werden.  Mit der breiten Palette der möglichen Therapiemaßnahmen wird die Forderung nach einer auf den einzelnen Menschen abgestimmten, individuellen Behandlung erfüllt.  Gleichzeitig gibt es verschiedene Verhaltensstrategien, die das Leben mit der Psoriasis erleichtern.

 

Gesunde Hautzellen: Lebensdauer vier Wochen

Die Haut des Menschen ist aus zwei Schichten aufgebaut: Die oberste Schicht ist die Oberhaut und besteht vor allem aus den sogenannten hornschichtbildenden Keratinozyten, die mit verhornenden und bereits verhornten Hautzellen bedeckt sind.  

Unter dem Mikroskop sind die Schichten der Oberhaut genauer zu erkennen: Ganz unten finden sich die lebenden Keratinozyten.  Sie führen ständig Zellteilungen durch, d.h. sie "vermehren" sich. Ein Teil dieser neugebildeten Zellen schiebt sich dann nach oben und wandelt sich in dieser Zeit in die verhornenden Hautzellen um.  Gleichzeitig wird Hornsubstanz gebildet, die die Zellen fest miteinander verbindet.  Diese Veränderungen werden insgesamt als Zellreifung bezeichnet. Je weiter die Hornzellen zur Oberfläche der Haut gelangen, um so weniger werden sie mit Nährstoffen versorgt.  Der Grund dafür ist, daß es in der Oberhaut keine Blutgefäße gibt.  Deswegen sterben die oberen Hautzellen irgendwann ab und bilden die äußere - sehr widerstandsfähige Hornschicht der Haut.  Drängen weitere Hautzellen nach, werden die äußersten Schichten als Hornschuppen abgestoßen.  Dieser "Lebenslauf" der Keratinozyten von ihrer Entstehung bis zur Abstoßung als Hautschuppe dauert bei gesunder Haut (je nach Belastung) etwa vier Wochen. Unter der Oberhaut liegt die Lederhaut, die aus einem engen Geflecht von bindegewebigen Fasern und Fasernetzen (Kollagenfasern) besteht und mit der Oberhaut eng verzahnt ist.  In der Lederhaut verlaufen Blutgefäße und Nervenfasern.  Die Oberhaut wird von hier aus mit Nährstoffen versorgt.

 

Die Schuppenflechte Haut: vermehrte Zellbildung und Entzündungen

Je nach Belastung unterscheidet sich die Dicke der einzelnen Hautschichten an den verschiedenen Körperregionen voneinander.  Grundsätzlich ist der Aufbau jedoch immer gleich, auch bei der Schuppenflechte. Jedoch verstärken die krankheitsbedingten Veränderungen die eigentlich normalen Hautfunktionen so stark, daß Beschwerden auftreten. Als erste psoriatische Veränderung zeigt sich eine Zunahme der Keratinozyten.  Grund ist eine stark vermehrte und beschleunigte Teilung dieser Zellen.  Dies hat zahlreiche Folgen: Da die vielen Zellen mehr Platz brauchen, schieben sie sich in die Lederhaut hinunter. Gleichzeitig verhornen die Keratinozyten nicht mehr richtig bzw. zu langsam.  Wichtigste Folge dieser Zellreifungsstörung: Es entsteht an den betroffenen Hautpartien kein dichter, zusammenhängender Hornbelag mehr.  Statt dessen kommt es zu einer verstärkten Schuppenbildung.  Außerdem vermehren sich die kleinen Blutgefäße in der Haut, und die Durchblutung der Lederhaut nimmt zu.  Da die schlecht verhornte Oberhaut die Lederhaut weniger schützt, treten leichter Verletzungen und Blutungen auf.  Schließlich sammeln sich in der Haut immer mehr Zellen des Abwehrsystems (Entzündungszellen). Zusammengefaßt liegt also eine Störung der natürlichen Hauterneuerung vor, die durch eine Verhornungsstörung, wuchernde Blutgefäße der Haut sowie eine Häufung von Abwehrzellen in der von Schuppenflechte befallenen Haut charakterisiert ist.  Der Zeitraum zwischen Zellteilung der Keratinozyten und Abstoßung als Hautschuppe sinkt bei psoriatischer Haut von rund vier Wochen auf etwa sieben Tage.  Bei stark ausgeprägter Psoriasis kann die Teilungsrate sogar siebenmal so schnell ablaufen wie in gesunder Haut.

 

Kopf-Psoriasis: ein haariges Problem

Bei ca. der Hälfte aller Schuppenflechte-Patienten ist auch der behaarte Kopf betroffen.  Oft "wächst" die Schuppenflechte aus dem Haar heraus, befällt also auch Stirn und Nacken.  Dies ist für die Betroffenen besonders unangenehm, da auf diese Weise die Krankheit besonders auffällig und sichtbar wird.  Anders als an vielen anderen Körperstellen kann hier die Psoriasis kaum verborgen werden. Die Therapie der Kopf-Psoriasis war bislang schwierig, denn die Kopfhaut ist für Cremes und Salben, aber auch für Licht schwer zugänglich.  Fettende Präparate ließen das Haar zudem oft ungepflegt erscheinen.  Heute gibt es aber durchaus Möglichkeiten, auch die Schuppenflechte der Kopfhaut kosmetisch akzeptabel zu behandeln.

 

Schuppenflechte der Nägel und der Gelenke

Krankheitsbedingte Veränderungen treten bei der Schuppenflechte also überwiegend an der Haut auf.  Häufig werden aber gleichzeitig die Nägel befallen, manchmal sogar als alleiniges Symptom einer "versteckten" Psoriasis.  Diese zeigt sich oft durch Vertiefungen der Nagelplatte oder auch durch eine teil weise Ablösung und gelbliche Verfärbung des Nagels.  In schweren Fällen können sich betroffene Nagelplatten verdicken und später zerfallen.  Schließlich sind noch zwei weitere wichtige Ausprägungen der Psoriasis zu erwähnen: Zum einen die  pustulöse Psoriasis, bei der besonders die Handinnenflächen und Fußsohlen von Bläschen auf roter Haut (Pusteln) überzogen sind.  Zum anderen findet sich bei einem Teil der Psoriasis-Kranken irgendwann eine Mitbeteiligung der Gelenke in Form einer Arthritis.

 

Die Ursachen: viele offene Fragen und einige Antworten

Die eigentlichen Ursachen der Schuppenflechte liegen bis heute im Dunkeln.  Einiges ist jedoch bekannt: Sicher ist beispielsweise, daß die Psoriasis mit den Erbanlagen eines Menschen in Verbindung steht.  Durchschnittlich erkrankt jedes fünfte Kind mit einem von Schuppenflechte betroffenen Elternteil ebenfalls an Psoriasis.  Sind beide Eltern erkrankt, liegt die Wahrscheinlichkeit sogar bei 60-70 Prozent.  Diese vererbbare Veranlagung zur Psoriasis nennt man Disposition.  Psoriasis kommt aber auch bei Menschen vor, in deren Familie die Erkrankung bislang niemals aufgetreten ist.  Anders als bei anderen vererbbaren Erkrankungen konnten allerdings jene Gene, die für diese Hautstörungen verantwortlich sind, noch nicht gefunden werden.

 

Als möglicher Auslöser der Schuppenflechte sind mittlerweile auch Umwelteinflüsse bekannt.  So kann das erstmalige Auftreten der Psoriasis durch starken Sonnenbrand (Hautverbrennung) oder Hautverletzungen ausgelöst werden. ist die Krankheit bereits vorhanden, können z.B. Entzündungen im Hals- und Rachenraum, starke seelische Belastungen oder auch ein Sonnenbrand die Symptome verstärken oder bei beschwerdefreier Haut einen erneuten Schub auslösen.

 

Die modernen Therapiepläne bei Psoriasis ruhen im wesentlichen auf drei Säulen: 

An erster Stelle stehen alle Maßnahmen, mit denen die Haut von außen behandelt werden kann, z.B. mit Cremes und Salben oder die Kopfhaut mit Lösungen oder Shampoos.  Die zweite Säule besteht aus der Möglichkeit, das Psoriasis-Geschehen mit Licht (UVA- oder UVB-Strahlen) zu beeinflussen.  Die letzte Säule der Behandlung wird schließlich durch die sogenannte systemische Therapie gebildet, also eine medikamentöse Behandlung in Form von Tabletten oder Injektionen.  Alle Therapieformen können miteinander kombiniert und durch Allgemeinmaßnahmen, wie beispielsweise eine Klimabehandlung, ergänzt werden.

 

Lokalbehandlung: Basis der Therapie

Dithranol wird als Creme eingerieben. Sie ist eines der am längsten bekannten Medikamente bei Psoriasis.  Diese wirkungsvolle Behandlung hat aber leider auch einige Nebeneffekte.  Dithranol-Salben sollten ausschließlich auf Psoriasis-Plaques angewandt werden: Sonst kann es zu Reizungen der gesunden Haut kommen.  Die Schleimhäute, besonders die der Augen, dürfen auf keinen Fall in Kontakt mit dem Wirkstoff geraten.  Händewaschen nach der Anwendung ist unbedingt notwendig.  Dithranol braucht einige Zeit zum Einwirken.  Dabei muß auf eine besonders unangenehme Begleiterscheinung geachtet werden: Dithranol färbt intensiv aus, besonders auf die Kleidung.  Die Hautverfärbungen durch Dithranol verblassen nach rund zwei Wochen wieder und sind völlig harmlos.  Dithranol-Salben können nicht auf stark entzündeter Psoriasis-Haut angewendet werden, da es zu starkem Brennen und Schmerzen kommen kann. Dithranol wird bei akuten Schüben der Erkrankung in Verbindung mit UVB-Licht eingesetzt. Im Verlauf der Behandlung müssen steigende Konzentrationen angewendet werden.

Teerpräparate haben neben dem Verfärbungseffekt auch einen unangenehmen Geruch.  Dennoch ist Teer eines der ältesten Mittel der Psoriasis-Therapie.  Bis auf eine Steigerung der Sonnenempfindlichkeit haben Teerpräparate zudem kaum Nebenwirkungen.  Sie stehen als Salbe, Paste, Shampoo oder Badezusatz zur Verfügung.  Selbst reiner Teer kann auf die Haut gestrichen werden.  Wichtig bei Teerpräparaten ist die regelmäßige Anwendung. 

 

Vitamin-D-Präparate sind eine wirkungsvolle Lokalbehandlung der Schuppenflechte möglich.  Diese sogenannten Vitamin-D3-Analoga sind bewährter Bestandteil der Psoriasis-Therapie.  Ihr Vorteil liegt darin, daß eine hohe Wirksamkeit bei guter Verträglichkeit mit einfacher Handhabung zu erreichen ist.  Gleichzeitig werden sie von den meisten Patienten als kosmetisch akzeptabel empfunden, denn Vitamin-D-Präparate färben nicht und haben keinen unangenehmen Geruch.  Aber auch für sie gilt: Ausschließlich erkrankte Hautpartien behandeln!  Bei vorschriftsmäßiger Anwendung (2x täglich) kommt es bereits nach zwei Wochen zu einer sichtbaren Besserung der Hautbeschwerden. 

 

Steroide (dem Cortison ähnliche Präparate) sind äußerst wirksame entzündungshemmende Substanzen, die bei sachgerechter Anwendung auch gut vertragen werden. Je nach gewünschtem Anwendungsgebiet gibt es sie in Form von Salben, Cremes, Gels oder auch als Lösung zum Aufpinseln.  Sie sind nicht zur Langzeittherapie geeignet, da es zu Hautverdünnung und einer Neigung zu oberflächlichen Hautblutungen kommen kann.  Auch Auswirkungen auf den gesamten Organismus kommen vor.  Schließlich kann das plötzliche Absetzen einer Steroid-Behandlung zu einem vorübergehenden Aufflammen aller psoriatischen Beschwerden führen.  Wichtig ist also: Um die möglichen Nebenwirkungen zu vermeiden, ist besonders bei der Cortison-Behandlung auf einen bestimmungsgemäßen Gebrauch zu achten, bei Besserung die Häufigkeit der Anwendung langsam über Tage/Wochen zu reduzieren und den Anweisungen des behandelnden Arztes zu folgen.

 

Sonnenlicht aus der Lampe: eine wirkungsvolle Alternative

UVB: Die ultravioletten Strahlen des Sonnenlichtes können Psoriasis-Beschwerden bessern.  Ein bestimmter Anteil des Lichtes, auch UVB-Licht genannt, ist besonders nützlich.  Für eine medizinische Behandlung werden diese Strahlen durch besondere Lampen erzeugt, die zielgerichtet auf die betroffene Haut wirken.  Es sind zwei Dutzend Behandlungen oder mehr notwendig, um einen guten Effekt zu erzielen.  Grund: Die voll wirksame UVB-Dosis kann erst nach Ablauf einiger Sitzungen gegeben werden, da sich die Haut erst an das UVB-Licht gewöhnen muß.  Die UVB-Behandlung wird gerne und erfolgreich mit lokaler Behandlung kombiniert.

(Creme-)PUVA Die sogenannte Photochemotherapie der Psoriasis wird nicht mit UVB-, sondern mit UVA-Licht durchgeführt.  Photochemotherapie bedeutet, daß Körperzellen speziell für das Licht bestimmter Wellenlängen sensibilisiert werden, z.B. mit Medikamenten.  Bei der häufig eingesetzten PUVA-Therapie muß der Patient mindestens eine Stunde vor der Behandlung die Substanz Psoralen als Tablette einnehmen oder vorher mit einer Creme sich eingecremt haben. So werden erkrankte Psoriasis-Hautzellen auf die nachfolgende IJVA-Bestrahlung vorbereitet, die sie stark in ihrer Zellteilung hemmt

Der Einsatz von Psoralen und UVA-Licht muß mit einiger Vorsicht durchgeführt werden, so daß eine Selbstbehandlung ausgeschlossen ist.  Andernfalls könnte es leicht zu Verbrennungen der Haut kommen.  Zudem hat Psoralen manchmal unangenehme Nebenwirkungen, wie Übelkeit und Erbrechen.  Heute jedoch gibt es Psoralen auch als Creme oder Wezusatz: So gelangt es ohne Umwege in die Haut.

Schweren Fällen vorbehalten: die systemische Behandlung

Die systemische Therapie, bei der Arzneimittel als Tabletten oder Injektionen verabreicht werden, bleibt der Behandlung von schweren Formen der Psoriasis vorbehalten.  Im allgemeinen darf eine systemische Therapie nicht bei Schwangeren durchgeführt werden.

Retinoide: Diese dem Vitamin A verwandten Substanzen haben sich bei Psoriasis als wirksam erwiesen.  Allerdings haben sie auch erhebliche Nebenwirkungen, wie Abschälung der Schleimhäute oder Störungen des Fettstoffwechsels.  Frauen sollten nach einer Behandlung mit Retinoiden für längere Zeit nicht schwanger werden, da die Retinoide eine fruchtschädigende Wirkung zeigen und nur langsam ausgeschieden werden.

Methotrexat Diese Substanz hemmt intensiv die Zellteilung, besonders natürlich von jenen Zellen, die sich sehr schnell teilen - wie die an Psoriasis erkrankten Keratinozyten.  Wegen der möglichen Nebenwirkungen sind regelmäßige medizinische Kontrollen (Blutbild, Leberwerte) notwendig.  Bei Psoriasis wird Methotrexat übrigens in wesentlich niedrigeren Dosierungen verwendet als bei anderen Erkrankungen; die Einnahme erfolgt in der Regel einmal wöchentlich.

Immunsuppressive Substanzen verdanken heute Hunderttausende von Menschen ihr Leben: Ohne diese Medikamente hätte bei ihnen keine lebensrettenden Transplantationen durchgeführt werden können, denn Immunsuppressiva hemmen bestimmte Funktionen des Immunsystems.  Die Abstoßung von körperfremdem Gewebe (z.B. von Niere o Herz) wird damit unterdrückt.  Bei der Psoriasis werden insbesondere die Entgleisungen des Abwehrsystems in den Psoriasis Herden unterdrückt.  Aber Substanzen, die das Immunsystem unterdrücken, haben auch viele Nebenwirkungen. Immunsuppressiva können des wegen nur eingesetzt werden, wenn andere Behandlungen bei schwerster Psoriasis erfolglos geblieben sind,

Nichtmedikamentöse Behandlungsmethoden

Klimabehandlung und Badekuren Die berühmt gewordenen Klimabehandlungen am Toten Meer in Israel oder kombinierte Salz/Licht-Therapien, die die dortigen Bedingungen nachahmen, wirken wahrscheinlich über zwei Wege: Zum einen ist der natürliche UVA-Anteil des südlichen Sonnenlichtes wesentlich höher.  Zum anderen soll der hohe Salzgehalt des Toten Meeres für die Besserung der Psoriasis-Beschwerden mit verantwortlich sein.  Viele Patienten berichten nach vierwöchiger Kur von einer völligen Abheilung der Hauterscheinungen.  Ein Großteil der Patienten entwickelt allerdings nach der Kur in der gewohnten Umgebung schnell wieder die alte Symptomatik.

Entspannungstraining, Gesprächs- und Psychotherapie Wie erwähnt, kann Streß eine Verschlechterung oder Wiederkehr von Psoriasis-Beschwerden auslösen.  Entspannungsverfahren wie Autogenes Training, Jacobsonsche Muskelentspannung oder Yoga können helfen, innerlich zur Ruhe zu kommen und Streß abzubauen.  Entsprechende Kurse werden von Psychologen durchgeführt.  Auch viele Volkshochschulen bieten Kurse an.

Wenn die Hautbeschwerden besonders belastend sind und stark ins Auge fallen, verzweifeln manche Patienten an ihrer Erkrankung. in solchen Situationen ist es sehr hilfreich, Gespräche entweder mit ebenfalls Betroffenen (Selbsthilfegruppe) oder mit Menschen zu führen, die Patienten mit chronischen Erkrankungen eine stutzende Hilfe geben können, also beispielsweise ein Arzt mit speziellen psychosomatischen Kenntnissen, ein Psychologe oder in manchen Fällen auch der behandelnde Arzt.  Solche beratenden und klärenden Gespräche können verzweifelten Psoriasis-Kranken oft den Lebensmut wieder zurückgeben.

Klinische Bilder

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Rosacea – oft unerkannt und unbehandelt

1. Was ist eine Rosacea?
Die Rosacea ist eine der häufigsten Hauterkrankungen im Erwachsenenalter und zeichnet sich durch eine chronischen, schubhaften Verlauf mit unterschiedlichen Krankheitsausprägungen aus 2. Typischerweise finden sich die Symptome in mitten des Gesichts (Wangen, Nase, Stirn, Kinn). Andere Stellen können betroffen sein: behaarte Augen, Kopfhaut, Nacken,  und Stamm - letztere aber deutlich seltener.  Aufgrund des hauptsächlichen Vorkommens im Gesicht empfinden viele Betroffene die Erkrankung als entstellend und stigmatisierend, was mit einer erheblichen Einschränkung der Lebensqualität verbunden ist 3

In nördlichen Ländern Europas kommt diese Erkrankung eher vor. Vor diesem Hintergrund wird sie auch "Fluch der Kelten" genannt 4. In Deutschland sind  12% der Bevölkerung betroffen 5 und beginnt meist im 3. und 4. Lebensjahrzehnts auf. Jüngere Erwachsene und selbst Kinder können auch erkranken 6.

Rosacea bedeutet übersetzt soviel wie "Rosenblütchen".  Dieser Name spielt auf die Rötung im Gesicht an, die für die Rosacea so typisch ist - der Patient "blüht" geradezu auf.  Neben diesen Rötungen, die durch erweiterte Blutäderchen entstehen, kann es durch Entzündungen auch zu Veränderungen an der Nase kommen.  Werden diese nicht behandelt, kann langfristig ein Rhinophym (Knollenanse) auftreten, eine starke Verdickung der Haut, die die Nase besonders dick aussehen lässt.  Wegen der Entzündungen hat man die Rosacea früher für eine Art Erwachsenenakne gehalten und auch Aknerosacea genannt.  

Bis heute ist nicht völlig geklärt, wie eine Rosacea entsteht.  Sowohl die Erbanlagen als auch äußere Einflüsse scheinen die Entstehung und den Verlauf der Erkrankung zu beeinflussen - allerdings kann man beides nur schwer vorhersagen. Nach allem, was man heute weiß, scheint eine gewisse Veranlagung zur Rosacea vererbbar zu sein.  Aber nicht jeder, dessen Eltern die Krankheit haben, bekommt sie ebenfalls, und auch in Familien, deren Mitglieder nie Rosacea hatten, kann jemand zum ersten Mal betroffen sein.  Ob, wann und bei wem die Krankheit ausbricht, lässt sich nicht vorhersagen.

Warum sollte die  Rosacea behandelt werden?
Die Rosacea ist keineswegs nur ein kosmetisches Problem, sondern eine behandlungsbedürftige chronische Dermatose, die mit einer erheblichen Beeinträchtigung des Selbstwertgefühls und der Lebensqualität einhergehen kann, bis hin zu psychosomatischen und psychiatrischen Begleiterkrankungen, wie eine Reihe Studien beweisen 7,8,9
Bis heute kann man die Rosacea nicht heilen, da "die Ursache" nicht bekannt ist oder genetisch verankert ist - man kann ja Gene nicht ändern. Das heißt,  jeder Patient muss sich darauf einstellen, mit der Erkrankung dauerhaft zu leben.  Aber, man kann die Symptome - also die äußeren Merkmale der Erkrankung - effektiv lindern. Es wird angenommen, dass die mikroskopisch kleine Haarbalgmilbe (Demodex follikulorum) 10, 11 und in ihr sitzende Bakterien (Bacillus oleronius) 12 eine Rolle spielt. Hier greift ein Teil der Therapie an.
Niemand ist gezwungen, die Rötungen und Entzündungen einfach hinzunehmen.  Das ist wichtig, denn die Rosacea spielt sich im Gesicht ab, das man nun einmal nicht verstecken kann.  Die meisten Patienten sind froh, wenn sie nicht mehr die Neugier der Umwelt wachrufen, sondern sich "ganz normal" auf der Straße bewegen können. Fast noch wichtiger bei einer konsequenten Behandlung der Rosacea ist, dass Schlimmeres vermieden wird.  Die "Knollennase" ist kein Schicksal, sondern kann verhindert werden! 

Wie kann behandelt werden?
Zur Behandlung stehen eine Reihe guter Cremes, verschiedene Tabletten  und sehr gut verträgliche Laserbehandlungen zur Verfügung. Cremes und Tabletten reduzieren die Entzündung, die Äderchen gehen dadurch nicht zurück. Die Gefäßlaserbehandlung, die keine Betäubung oder Pflaster benötigt, reduziert die Gefäßzeichnung. Dies ist nicht nur von ästhetischer sondern auch aus medizinischer Bedeutung. Denn über die Äderchen kann der neue Rosaceaschub erfolgen. Fehlen die Äderchen, spricht die Rosaceabehandlung mit Cremes und Tabletten i.d.R. besser an.

So früh wie möglich zum Arzt. 
Wenn der Verdacht auf eine Rosacea besteht, wenn es also zu ungewöhnlichen Rötungen im Gesicht kommt, die oftmals einem starken Temperaturwechsel (z.B. vom Winterspaziergang ans Kaminfeuer) oder dem Genuss scharfer Speisen auf dem Fuße folgen, sollte ein Hautarzt (Dermatologe) aufgesucht werden.  Wird dann die Diagnose "Rosacea" gestellt, gibt es eine Reihe von Maßnahmen im täglichen Leben, die der Patient im Frühstadium einer Rosacea einfach durchführen kann.  Ob zu einem Zeitpunkt, an dem noch keine entzündlichen Veränderungen  vorliegen, bereits Medikamente            eingesetzt werden, wird der Arzt individuell für jeden Patienten festlegen. Dies wird aber sicherlich dann notwendig werden, wenn ernsthafte Entzündungen vorliegen und die Gefahr der Entwicklung eines Rhinophyms (s. Abb.) oder einer Augenbeteiligung entsteht.

Wie entsteht eine Rosacea?
Die genauen Ursachen der Rosacea kann man bis heute nicht im Einzelnen erklären.  Die Grundlage ist offenbar die sogenannte Rosacea-Diathese.  Als Rosaceadiathese wird die Neigung bezeichnet, auf verschiedene Reize mit ausgeprägten Gesichtsrötungen zu reagieren, die nach einer Weile wieder abklingen.  Dieser Rötungszustand wird auch Flush genannt.  Reize können emotionaler Stress, heißes Wetter, Sonneneinstrahlung, Alkohol, scharfe Speisen, heiße Getränke, körperliche Anstrengung, ein heißes Bad, ein Saunabesuch, Wind oder kaltes Wetter sein.  Die Entwicklung zur Hautkrankheit geht mit einer Reihe von Symptomen einher, die man recht gut beobachten kann.  Grundsätzlich lässt sich sagen, dass sich die Entstehung einer Rosacea auf zwei unterschiedlichen Ebenen abspielt.

Verstärkte Durchblutung:
Die typische Rötung des Gesichts kann jederzeit auftreten, vor allem, wenn äußere Faktoren (Temperaturwechsel, scharfe Speisen) sie begünstigen.  Diese Färbung der Gesichtshaut verschwindet aber in der Regel nach einer Zeit wieder - es sei denn, dass die verstärkte Durchblutung zur dauerhaften Erweiterung einiger Äderchen geführt hat.  Das zeigt sich als fadenfeine, kurze rote Linien auf der Haut, den sogenannten Teleangiektasien (erweiterte Äderchen).  Sie sind chronisch, also bleibend. Mit einem schmerzarmen Laser (ohne Spritze, ohne Pflaster, keine Wunden) können sie entfernt werden. Sie sind herzlich eingeladen weitere Fragen Dr. Steinmann zu stellen. 

Entzündungen:
Nur phasenweise - in der Fachsprache rezidivierend - treten die entzündlichen Veränderungen um die Talgdrüsen herum auf.  Durch die Entzündung kommt es zu einer Bindegewebsvermehrung, die man mit bloßem Auge als Verdickung  wahrnehmen kann.  Die Haut wirkt grobporig bis ledrig. Wenn diese Schübe lange Zeit unbehandelt bleiben, kommt es zum Rhinophym, der "Knollennase".  Diese Veränderung kann sich von alleine nicht mehr zurückbilden.

Augenbeteiligung:
Häufig (in 50% der Fälle1) kommt es bei Rosacea auch zu Entzündungen der Augenlidränder (Blepharitis) und Bindehäute (Konjunktivitis) oder seltener auch der Hornhaut (Keratitis).  Wenn Sie eine Veränderung der Augen bemerken oder häufig Brennen oder Fremdkörpergefühl verspüren, sollten Sie einen Augenarzt aufsuchen und auch von der Hautkrankheit berichten.

2. Was man sonst noch wissen sollte ...
Zwar weiß man, dass ein allzu tiefer Blick ins Glas bei jemandem, der ohnehin die Veranlagung dazu hat, einen neuen Rosacea-Schub auslösen kann.  Aber auf keinen Fall kann man umgedreht behaupten, jeder Rosacea-Patient sei Alkoholiker!

Keine Ansteckungsgefahr 
Hautkrankheiten spielen sich im Wesentlichen auf der Oberfläche des menschlichen Körpers ab, sind für die Umwelt gut zu sehen und rufen oftmals Unbehagen oder Ängste hervor.  Bei der Rosacea (wie übrigens bei vielen anderen Hautkrankheiten auch) sind diese Gefühle aber unbegründet: Selbst wenn Eiterpusteln auftreten, sind diese nicht ansteckend, auch nicht bei direktem körperlichen Kontakt.   Dauerhafte Veränderungen an der Haut können vom Dermatologen beseitigt oder abgeschwächt werden.

3. Was Sie grundsätzlich beachten sollten.
Egal, in welchem Stadium sich die Rosacea befindet, ob die Krankheit weit fortgeschritten ist oder ob nur eine leichte Rötung vorliegt: Es gibt einige Regeln, sog. Basismaßnahmen, die Sie immer beachten sollten: 

Im Folgenden wird zwischen Behandlungs- und Pflegepräparaten unterschieden.  Behandlungspräparate werden vom Arzt verschrieben und sind wirkstoffhaltige Medikamente, während die Pflegepräparate vom Patienten selbst gewählt und bezahlt werden.  Zur Auswahl geeigneter Präparate kann man sich von Dr. Steinmann beraten lassen.

Hautpflege und Kosmetik
Reinigung und Pflege
 der Haut sind auch bei Hautgesunden schon ein schwieriges Thema, denn in der Regel werden zu "scharfe" Mittel zu oft angewandt.  Wer an Rosacea leidet, sollte hier ganz besonders vorsichtig sein.  Es sollten grundsätzlich nur milde, reizfreie Produkte verwendet werden.  Das bedeutet zum Beispiel, bei der Gesichtsreinigung von Seifen auf spezielle milde Reinigungspräparate und  klares Wasser umzustellen.  Welches Reinigungspräparat auch gewählt wird (hier können wir Tipps geben), es sollte im sauren pH-Bereich (kleiner als 7) liegen, denn das entspricht dem natürlichen Hautmilieu.

Das Wasser sollte lauwarm sein, zu heiße oder zu kalte Temperaturen können zu einer Erweiterung der Blutgefäße und stärkerer Gesichtsrötung führen.  Wer auf Gesichtswasser nicht verzichten will, sollte zumindest ein Präparat ohne Alkohol verwenden. Gehen Sie immer besonders behutsam mit Ihrer Haut um.  Rubbelpeelings sollten auf keinen Fall benutzt werden, sie fördern die übermäßige Durchblutung der Haut ebenso wie das kräftige Frottieren mit Handtüchern.  Tupfen Sie die Haut statt dessen nach dem Waschen vorsichtig trocken. Reinigen Sie Ihre Gesicht morgens und abends, auf jeden Fall aber, bevor Sie ein Pflege- oder Behandlungspräparat auftragen.  Ein Pflegepräparat sollte nicht zu fett sein, z.B. eine leichte Tagescreme, die mehr Wasser als Öl enthält. (Im Gegensatz zur Salbe, wo der Ölanteil überwiegt.)

Einfach "wegschminken"?  
Viele Menschen, deren Haut aufgrund einer Erkrankung nicht dem gängigen Schönheitsideal entspricht, möchten diesen "Makel" gerne verstecken.  Wenn Sie das Bedürfnis dazu haben, tun Sie es!  Allerdings gibt es auch hier ein paar Kleinigkeiten zu beachten. Am Tage oder auch abends empfiehlt sich ein abdeckendes Make-up.  Achten Sie bei der Auswahl darauf, dass die Farbe Ihrem natürlichen Teint entspricht - umso unauffälliger wird die "Camouflage"!  Noch wichtiger sind aber die Inhaltstoffe bzw. das, was nicht im Make-up enthalten sein sollte: kein Öl, kein Parfum, keine Konservierungsmittel. Rosacea ist keine Allergie, aber die Haut der Betroffenen kann doch gegenüber solchen Stoffen sehr empfindlich reagieren.  Make-ups schützen übrigens auch vor Winterkälte, und die meisten enthalten ebenfalls einen Sonnenschutz, was im Sommer wichtig wäre. Bitte beachten Sie, dass jede Art von dekorativer Kosmetik am Abend sorgfältig entfernt werden muss, vor allem vor dem Auftragen medizinischer Präparate.

Äußere Einflüsse
Wer an Rosacea leidet, sollte mit folgenden Themen besonders vorsichtig umgehen:

Wetter: Nicht immer eitel Sonnenschein
Sonnenlicht verschlechtert die Rosacea.  Deshalb ist es wichtig sich nicht unnötig der Sonne auszusetzen - lange Sonnenbäder sind Tabu, ganz unabhängig davon, dass sie auch gesunder Haut schaden.  Im Sommer sollte immer eine leichte, nicht fetthaltige Sonnenmilch aufgetragen werden (Hierfür haben wir spezielle Empfehlungen).  Sinnvoll und darüber hinaus auch sehr dekorativ sind übrigens Sonnenhüte! Im Winter ist es wichtig, sich vor der Kälte zu schützen: je nach Temperatur sind Kälteschutzcreme, Skimaske oder Schal angezeigt.  Vermeiden Sie aber auch starke Temperaturschwankungen, die die Durchblutung der Haut fördern.  Also, Schal und Skimaske rechtzeitig abnehmen und die Kälteschutzcreme mit einem Zellstofftuch (Taschen- oder Kosmetiktuch) abtupfen, damit es nicht zum Wärmestau kommt.

Ernährung: Gesund und in Maßen
Auch heiße und scharfe Speisen oder Getränke sowie Alkohol regen die Durchblutung an und sollten vermieden werden.  Ansonsten gibt es keine besondere "Rosacea-Diät".  Essen Sie, was Sie mögen und was gesund ist.  Wenn Sie allerdings eine Verschlechterung der Haut nach dem Genuss bestimmter Speisen beobachten, sollten Sie das Verdächtige eine Zeit lang weglassen und nach einigen Wochen noch einmal probieren.  Wenn sich Ihre Haut dann wieder verschlechtert, sollten Sie diese Speise dauerhaft meiden.

Sport: mit kühlem Kopf 
Sport ist, wenn er dem Alter und der Kondition des Einzelnen angemessen betrieben wird, immer eine gute Sache.  Wichtig ist aber, dass Überanstrengungen vermieden werden und immer auf eine gute "Belüftung" geachtet wird.  Wählen Sie leichte, durchlässige Kleidung und maßvoll temperierte Fitness-Studios oder Sporthallen.  Im Sommer bitte nur morgens und abends trainieren!  In der Mittagshitze soll körperliche Anstrengungen vermieden werden. 

Kein "Kortison"!
Bei vielen Krankheiten, gerade auch bei entzündlichen Erkrankungen der Haut, sind so genannte Kortison-Präparate eine sichere und wirksame Therapie. Aber bei einer Rosacea helfen sie leider gar nicht. Selbst wenn eine kurzzeitige Besserung erreicht wird, tritt bald danach ein erneuter und dann stärkerer Schub ein. Über Ausnahmen klärt Dr. Steinmann auf.

Weitere Fotos zur Rosacea

1 Gauwerky et al. Dtsch Dermatol Ges 2009; 7:
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Botulinumtoxin (z.B. Botox) gegen Schweißneigung

Wie kommt es zu übermäßigem Schwitzen? 

Schwitzen wird durch das sogenannte vegetative (unwillkürliche) Nervensystem gesteuert. Dieses kontrolliert z.B. Herzrhythmus, Blutdruck, Verdauung oder Wärmehaushalt. Bei Wärme sendet das Gehirn Nervenimpulse an die Schweißdrüsen der Haut, so daß die Hautoberfläche feucht wird und durch das Abdunsten des Schweißes gekühlt wird. Die gleichen Nervenimpulse werden aber auch bei Stress oder im Einzelfall ohne erkennbare Ursache weitergeleitet, so daß die Betroffenen stark schwitzen, selbst wenn sie frieren und gar nicht schwitzen wollen. Am stärksten geschieht dies dort wo die meisten Schweißdrüsen in der Haut zu finden sind: Achselhöhle, Hände, Füße und Kopf. Das Schwitzen tritt dabei nur umschrieben und nur im wachen Zustand auf. Sollten Sie jedoch auch nachts, bzw. im Schlaf und/oder am ganzen Körper schwitzen, so sollte zunächst nach einer versteckten Krankheit, insbesondere einer Hormonstörung gefahndet werden. Sprechen Sie hierüber mit Ihrem Arzt. 

Was kann man gegen Schwitzen tun? 

Bei milden Formen des Schwitzens helfen oft einfache Methoden wie die Anpassung der Kleidung, Anwendung von Pudern und Bädern, Entspannungsübungen und dergleichen. Bei hartnäckigem Schwitzen lassen sich prinzipiell zwei Arten der Behandlung, nämlich operative und nichtoperative, unterscheiden: Operativ können die stark schwitzenden Hautpartien der Achselhöhle durch einen chirurgischen Eingriff entfernt oder ausgeschabt werden oder. Nachteilig ist die Gefahr des Hautuntergangs (Nekrosen) und störender Narben mit Funktionseinschränkung. Eine subkutane Saugkurettage dagegen ist viel schonender. Bei dieser Methode werden ähnlich einer Fettabsaugung mit einem saugenden Schaber die Schweißdrüsen entfernt. In einer Studie einer deutschen Universitäts-Hautklinik(1) waren 53% der Patienten mit dem Operationsergebnis sehr zufrieden, 21% mäßig zufrieden. Es gibt weitere operative Verfahren wie z.B. die subkutane Lasertherapie oder die thorakale Sympathektomie, die in Deutschland keine Standardtherapie sind und zudem teils sehr starke Nebenwirkungen mit sich bringen.

Nicht-operativ können die Ausführungsgänge der Schweißdrüsen durch das Auftragen einer Aluminiumchlorid-Lösung verstopft werden. Aluminium steht aber leider im Verdacht Demenz und Krebs hervorzurufen(2). Darüber hinaus können auch nervenhemmende Tabletten verabreicht werden. Herr Dr. Steinmann wird Ihnen diese Möglichkeiten auf Wunsch gerne genauer erläutern. 

Bei der starken Schweißneigung besonders im Bereich der Achseln und Hände bleiben oft konventionelle Therapieversuche mit Deos, Aluminiumhydroxidverbindungen, Salbei-Kapseln u.v.m. erfolglos.

Wie wirkt Botulinumtoxin-A gegen übermäßiges Schwitzen? 

Botulinumtoxin-A ist ein natürlich vorkommendes Bakterieneiweiß. Es kann gezielt Nervenimpulse blockieren. Wird es in die Haut gespritzt, so gelangt es zu den Schweißdrüsen und hemmt die dorthin geleiteten Nervenimpulse. Andere Nervenfunktionen, wie das Fühlen oder Tasten durch die Haut, werden dadurch nicht beeinflußt. Botulinumtoxin-A wird seit Jahren als weltweit zugelassenes Medikament beim Menschen zur Entspannung von Muskelverkrampfungen eingesetzt. Für die spezielle Behandlung des übermäßigen Schwitzens ist Botulinumtoxin in Deutschland zugelassen und funktioniert in der Praxis zuverlässig. Die Wirksamkeit und Verträglichkeit der Behandlung ist wissenschaftlich belegt. Der Behandlungserfolg in der Achselhöhle hält nachweislich ein halbes Jahr und länger an (Durchschnittswert), danach kann das vermehrte Schwitzen wieder auftreten, so daß eine Wiederholung der Behandlung möglich ist. 

Welche Nebenwirkungen können auftreten

Wie bei jeder anderen Einspritzung in die Haut kann es in seltenen Fällen zu einer Hautreizung oder -infektion kommen, die der Autor Dr. Steinmann seit seiner Niederlassung im Jan. 1999 nicht ein Mal gesehen hat.

Fazit für den Patienten
Erst werden konservative Methoden wie z.B. ein Deo versucht, dann eine Behandlung mit Botulinumtoxin. Nur wenn diese Therapieverfahren versagen, kommen operative Verfahren zum Einsatz. 
Die Therapie mit Botulinumtoxin ist der Goldstandard(1). Dies liegt an der hohen Effektivität, den in meiner Praxis bisher nicht ein Mal vorgekommenen Nebenwirkungen, den fundierten wissenschaftlichen Studien und der medizinischen Zulassung für diese Indikation.

Diese Methode zählt heutzutage zu den wirkungsvollsten Ansätzen unter allen konservativen Maßnahmen, die Patientenzufriedenheit ist äußerst hoch und das Wirkungs-Nebenwirkungs-Profil exzelent.(3) 

(1) publiziert in Ästhetische Dermatologie, 04-2014. 
(2) https://www.youtube.com/watch?v=5xpzS1U4wQg
(3) Gauglitz, Der Deutsche Dermatologe, 2016;64 (8)
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Seborrhoische Dermatitis

Seborrhoisches Ekzem             

Das seborrhoische Ekzem verursacht eine vermehrte Schuppung und Rötung der Haut, die für die Betroffenen meist sehr belastend ist, weil sie besonders häufig im Gesicht und an der Kopfhaut auftritt. Etwa ein bis zwei Prozent der Bevölkerung ist vom seborrhoischen Ekzem betroffen. 

Erwachsene, die unter dem seborrhoischen Ekzem leiden, sind in den meisten Fällen MännerFrauen, die vom seborrhoischen Ekzem betroffen sind, befinden sich häufig in den Wechseljahren

Die Anlage zum seborrhoischen Ekzem ist genetisch bedingt. Fast die Hälfte aller Menschen hat diese Veranlagung, aber nur bei einem kleinen Teil dieser Menschen bricht das seborrhoische Ekzem tatsächlich aus.  Der Hautpilz Malassetia furfur nutzt die angeborene Neigung der Haut zu vermehrter Talg- und Schuppenproduktion, um sich zu vermehren. Malassetia furfur ist ein Hefepilz und kommt auf jeder Haut vor, ist im Normalfall aber völlig harmlos. Bei empfänglicher Haut kann er jedoch verschiedene Hautkrankheiten mitverursachen. Auch Schwitzen kann die Entstehung eines seborrhoischen Ekzems begünstigen. 

Meist kommt es zu starker Kofschuppung mit Rötung und gelegentlich  auch Juckreiz der Kopfhaut.  Oft treten die Schuppen jedoch auch an anderen Stellen auf. Die schuppenden Stellen sind dann scharf rötlich umrandet und entzündet. Nasenflügel, Augenbrauen sowie die Mitte von Brust und Rücken sind bevorzugt betroffen.

Das seborrhoische Ekzem läßt sich mit speziellen ärztlich verordneten Lösungen für die Kopfhaut und Cremes für den Körper sehr gut behandeln und verschwindet dann fast vollständig. Es hat aber die Neigung, wiederzukehren, wenn man mit der Behandlung aufhört. Wir empfehlen Ihnen daher, die verordneten Lösungen und Cremes etwa 1-2x/Woche weiter zu verwenden, wenn es nach anfänglicher Abheilung immer wieder zu einem Rückfall kommt.

Zur Hautreingung empfehlen wir Ihnen Waschsyndets wie z.B. Dermowas®, als Shampoo eignet sich gut Head and Shoulders Sensitive®. Als Hautpflege kann Efadermin® Creme (Apotheke, ca. 11 Euro) zusätzliche Linderung der Beschwerden bewirken. 

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Soor - Hefepilzinfektion der Haut

Was ist Soor? 

Soor sind alle Infektionen, die durch Pilze der Gattung Candida, besonders ihren Hauptvertreter Candida albicans, verursacht werden. Erkrankungen durch diesen Hefepilz äußern sich besonders in Körperfalten, am Nagelwall und an SchleimhäutenCandida albicans gehört bei etwa der Hälfte der Menschen zur physiologischen Haut- und Schleimhautflora. Nur bei einem kleinen Teil kommt es tatsächlich zu Soor. 

Wer bekommt Soor? 

Candida wird erst zum Problem, wenn sich die lokalen Verhältnisse in der Schleimhaut oder an der Haut so verändern, dass es zu einer Candida-Infektion (Überwucherung der Haut oder Schleimhaut durch Candida-Pilze) kommt. Zu den begünstigenden Faktoren für eine Candida-Infektion zählt ein feuchtes verschlossenes Milieu wie es beispielsweise im Windelbereich von Säuglingen vorkommt. Doch auch andere Faktoren wie ein geschwächtes Immunsystem können die Entwicklung einer Candida-Infektion begünstigen, darunter: Zuckerkrankheit (Diabetes), Schwangerschaft, Antibiotika-Behandlungen, Chemotherapien, Drogenmißbrauch, Mangelernährung, Immunschwäche im Alter oder nach Organtransplantation. Die Übertragung von Candida-Pilzen kann sowohl über direkten Kontakt, als auch indirekt über Hygieneartikel oder Nahrungsmittel erfolgen. 

Was sind die Anzeichen einer Candida-Infektion?

Mundsoor: weiße bis gelbe Flecken in der Mundhöhle. Die Flecken heben sich leicht vom Untergrund ab. Normalerweise schmerzt das Gebiet um diese Flecken nicht. Entfernt man diese Flecken, hinterlassen sie oft kleine, leicht blutende Wunden. Die Mundhöhle kann durch den Soor sehr empfindlich sein, so dass es schwierig ist, die normale Mundhygiene durchzuführen. Daher: Benutzen Sie eine weiche Zahnbürste, Spülen Sie mit Salbeitee. Oft sind Zahnprothesen massiv mit Hefepilzen befallen. Hier helfen eine gute Reinigung mit Bürsten, Corega Tabs oder Bepinselung mit Nystatin-, Miconazol- oder Amphoronalzubereitungen. Kariöse Zähne, tiefe Zahntaschen sollten ebenfalls saniert werden. 

Hautsoor: hellrote, entzündliche Pusteln, die am Rand schuppig auslaufen. Diese roten Herde können leicht einreißen und gelegentlich bluten

Genital-Soor: bei Frauen finden sich weißliche, ablösbare Beläge. Hinzu kommen Juckreiz und Brennen. Beim Mann tritt eine Rötung, später ein weißer, schuppiger Belag der Eichel auf. 

Nagel-Kandidose: rötlich verfärbte und geschwollene Umgebung des Nagels. Das Nagelhäutchen ist meist angegriffen oder fehlt ganz. Sie ist typischerweise bei Berufsgruppen anzutreffen, deren Hände arbeitsbedingt häufig feucht sind, z. B. Reinigungspersonal, Friseure, Küchenhilfen. 

Wie diagnostiziert der Arzt Soor? 

Bei Säuglingen und Erwachsenen wird die Diagnose in der Regel aus dem klinischen Bild erstellt, eventuell in Kombination mit einem Abstrich

Wie behandelt man Soor? 

Zuerst wird die Ursache der Infektion gesucht. So könnte beispielsweise eine bessere Behandlung der Zuckerkrankheit helfen. Genital- und Analmykosen können durch Schmierinfektionen pilzbefallenen Stuhls entstehen. 

Prognose: 

Eine unkomplizierte Candida-Infektion ist relativ leicht mit einem Antipilzmittel zu behandeln und in der Regel nach ein paar Tagen abgeklungen. Oft genug kann sich das aber in Hautfalten, wie unter der Brust, genital und Leisten hinziehen. Kratzen der Stellen verschlimmern den Befund erheblichGuter Rat bei Soor der Hautfalten: Wichtig ist nach Wasserkontakt Hautfalten mit einem weichem Baumwolltuch trocken zu tupfen. Dieses sollten nur Sie benutzen und nach Gebrauch auskochen. Grundsätzlich ist an entzündeten Arealen mit Wasser und Seifen zu geizen. Verwenden Sie besser sparsam ein Duschöl als Syndet (z.B. Eubos Duschöl, Eucerin Duschöl). Legen Sie in Hautfalten ein Leinentuch oder eine Zetuvit Kompresse, damit Haut nicht auf Haut liegt und sich die Keime im feuchten Milieu ausbreiten. Cremes und Pasten sollten immer dünn verwendet werden, damit die Stellen durch die Creme nicht wieder feucht werden.

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Urtikaria (Nesselsucht)

Die Erkrankung heißt auch „Nesselsucht“, weil sich am Körper plötzlich juckende Quaddeln – wie bei Kontakt mit Brennnesseln – bilden. Im Gesicht, an den Händen und Füßen und im Genitalbereich können auch großflächige Schwellungen auftreten.

Wir behandeln Sie mit juckreizstillenden Lotionen und/oder Tabletten und erreichen dadurch, dass die Quaddeln nur noch selten oder gar nicht mehr auftreten und der Juckreiz nachlässt. Bestimmte Schmerzmedikamente (ASS, Ibuprofen, Indometacin, Diclofenac) sollten nicht eingenommen werden, da sie die Urtikaria verschlimmern. Ungefähr jeder vierte Mensch bekommt im Laufe seines Lebens eine Urtikaria. In der Regel verschwindet die Urtikaria nach einigen Tagen bis Wochen wieder vollständig und kommt auch nicht wieder.

Selten kann die Urtikaria auch länger bestehen, dann nennt man sie „chronische Urtikaria“. Es sind dann weitergehende Untersuchungen notwendig, um die Ursache zu finden. Eine Urtikaria kann sehr viele Ursachen haben. Häufig wird sie durch Infekte ausgelöst, die außer der Urtikaria keine Beschwerden verursachen. Daher suchen wir bei einer Blutuntersuchung nach Zeichen für eine Infektion. Ein Zahnarztbesuch ist sinnvoll, um eine Entzündung der Zähne auszuschließen. Allergien sind nur sehr selten eine Ursache für eine chronische Urtikaria. Allerdings können Unverträglichkeiten von Nahrungsmittelzusatzstoffen eine Urtikaria verschlechtern – ggf. werden wir Ihnen daher eine Diät empfehlen.  

Falls trotz ständiger Einnahme von Antihistaminikatabletten immer wieder die Nesselsucht ausbricht, ist der Einsatz naturheilkundlicher Mittel sinnvoll. Als Naturheilverfahren haben sich Eigenblutbehandlungen in Kombination mit einem homöopathischen Mittel bewährt.

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Warzen

Was sind Warzen?

Warzen sind Folge einer Infektion der Haut mit Viren (humane Papillomviren). Nach Ansteckung mit den Warzenviren kommt es Wochen oder Monate später an der infizierten Hautstelle zu vermehrtem Zellwachstum, das dann als Warze sichtbar wird. Warzen der Haut sind ungefährlich, da sie nur in die oberen Hautschichten eindringen. 

Wer bekommt Warzen?

Fast bei jedem Menschen entwickeln sich irgendwann, meistens im Kindesalter, Warzen. Die Infektion kann durch direkten Körperkontakt, z.B. durch Berührung erfolgen. Aber auch durch indirekten Kontakt, z.B. durch Barfußlaufen in Schwimmbädern, Saunen, Sporthallen oder durch Griffe und Geländer können die Viren übertragen werden.

Ob wir Warzen bekommen oder nicht, hängt von winzigen Eintrittspforten, zum Beispiel kleine Risse, begünstigt durch kalte, schwitzige und trockene Haut ab. Kratzen begünstigt die Ausbreitung. 
Offenbar spielt auch die momentane Abwehrlage unseres Körpers eine Rolle. Das Immunsystem und seine Abwehrkräfte sind mal stärker, mal schwächer, immer so wie unsere seelische Verfassung. Stress schwächt uns, Freude, Entspannung und positive Erwartung stärken das Immunsystem. Ein Beispiel für den engen Zusammenhang von Laune und Immunität sind Herpesviren. Dann heißt es für alle Prinzen: "Küssen verboten"*.

Bei Verletzungen der Warzen breiten sich die Vieren auf der Haut aus, so dass neue Warzen entstehen können. Eine schlechte Immunlage begünstigt das auftreten von Warzen.

Verschiedene Warzenformen:

- gewöhnliche Warzen (Verrucae vulgares) - die am häufigsten vorkommenden Warzen treten vorwiegend auf dem handrücken oder auf der Oberseite der Finger und am Nagelwall auf

- Plantarwarzen (Verrucae plantares) - sie entstehen an der Fußsohle, ihre Oberfläche ist kaum gewölbt, sie ziehen wie ein Dorn in die Haut, weswegen sie auch "Dornwarzen" genannt werden, Plantarwarzen können beim gehen schmerzen verursachen

- Jugendliche Plane Warzen ( Verrucae planae juveniles) - besonders Kinder und Jugendliche infizieren sich mit diesem Warzentyp, es handelt sich um flache, hautfarbene oder rötlich-braune Knötchen, welche meist im Gesicht, seltener auf dem Handrücken auftreten

 

Therapiemöglichkeiten

- Medikamentöse Behandlung (z.B. Tinkturen, Pflaster)

- Laser- und/oder Radiofrequenz-Therapie (sehr erfolgreich bei hartnäckigen Warzen. Eine konsequente fachgerechte Nachsorge ist essentiell.)

- Laserassistierte Photodynamische Therapie (La-PDT. Etwas sanfter als obige Therapie. Mit dem Laser setzen wir Mikrokanäle in die Tiefe, in die ein Lichtsensibilisator drei Stunden eindringt und belichtet wird.)

- Vereisung (Diese Methode habe ich verlassen, da sie zu ungenau und zu schmerzhaft ist, wenn sie denn richtig durchgeführt wird.)

- Besprechen (Was ich sehe, das vergehe. Was ich streiche, das erweiche. Warze: fall ab. In der Universitätsklinik verabreichten wir Kindern zudem Schneckenschleim (Glukosesirup) aus einem alten ehrwürdigen Glas. Diese lustigen Anekdoten zeitigten leider nicht die Erfolge, die wir uns herbeiwünschten. Weitere Sprüche: Jetzt hört mal zu, ihr kleinen Viren. Ihr macht euch fort, auf allen vieren! Paperlapp und Papilloma. Ich werd immun, ihr fallt ins Koma!)

 

Prophylaxe

Vermeiden Sie es, in öffentlichen Einrichtungen (Schwimmbad, Saunen, Sporthallen) barfußzu laufen. Nach jedem Schwimmbad- und Saunabesuch die Hände und Fuße gründlich desinfizieren und gut abtrocknen. Halten Sie Ihre Hände, Füße etc. trocken und warm, sowie gut gepflegt. Eine trockene Haut ist spröde und für Warzen empfänglich, besonders wenn man sich kratzt. Unter dem Mikroskop sieht diese Haut wie Ackerfurchen aus, in denen die Saat (Viren) aufgeht. 
Sollte sich nach der Therapie erneut eine Warze sich bilden, sollte diese sofort behandelt werden, um eine Vermehrung der Warzenviren zu verhindern. In diesem Stadium bleibt der Eingriff klein und verträglich.

Quelle: Almirall -  weitere Informationen
* Eckart von Hirschhausen - Wunder wirken Wunder
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