email / kontakt
 

Sich in seiner Haut wohlfühlen

 
DERMATOLOGIE

Die medizinische Aknebehandlung

Die Öffnet internen Link im aktuellen Fenstermedizinische Aknebehandlung kann unterstützt werden durch eine kosmetische Akneausreinigung oder z.B.  Öffnet internen Link im aktuellen Fensterein Fruchtsäurepeeling.  

„Pickel" ist ein umgangssprachlicher Ausdruck für verschiedene unangenehme Hautprobleme. Typische „Pickel" sind - dermatologisch exakt benannt - meist „Pusteln", also kleine gelbliche Eiterbläschen. „Aknepickel" (auch „Mitesser" oder Komedonen genannt) sind im Frühstadium nichts anderes als verstopfte Talgporen. Sie können weiß (verstopft) oder schwarz  (offen) sein.

Die schlimmeren „Eiterpickel" der Akne dagegen entstehen, wenn sich die Umgebung der vergrößerten Talg- und Haarporen entzündet und zu größeren Eiterbläschen zusammenfließt. Außerhalb der Pubertät entstehen entzündete „Pickel" meist dadurch, daß ein Haarfollikel (s. Abbildung) durch eingedrungene Bakterien oder äußere Reize („Zupfen") eitrig entzündet ist. Diesen Zustand nennt man „Follikulitis".

Die Übergänge zwischen einer fettigen, unreinen Haut und einer ausgeprägten Akne sind fließend. Akne kann sich in mehr oder weniger ausgeprägter Form in nahezu jedem Lebensalter entwickeln. Akneknoten können aus vielen Gründen entstehen, denn hormonelle, seelische und äußerlich-chemische Einflüsse beeinflussen die Funktion der Talgdrüsen. Die meisten Menschen sind natürlich während der Pubertät mit Aknepickeln konfrontiert.

In den letzten Jahrzehnten wurde sehr viel über die Hintergründe der „Akne vulgaris" (= „normale Pubertätsakne") geforscht, so dass wir heute ein genaues Bild über ihre Entstehung haben. Drei Faktoren spielen bei der Entstehung der Akne eine Rolle: Anlagefaktoren (Neigung zu fettender Haut und große Empfindlichkeit der äußeren Porenöffnungen), Auslösefaktoren (Hormone, innere Krankheiten, seelische Einflüsse) und aktuelle Faktoren, die letztlich die Pickel hervorrufen (aggressive  Fettsäuren, Hautbakterien, falsche Hautpflege, Kosmetika, Ölkontakt im Beruf u.a.).

Wie wesentlich der Einfluß der Hormone wirklich ist, kann man an einem unfreiwilligen Experiment in der Geschichte erkennen: im 18. Jahrhundert wurden junge Männer mit schönen Stimmen häufig kastriert. Man wollte damit ihre hohe Kinderstimme erhalten, damit sie - ohne in den pubertären „Stimmbruch" zu kommen - in den Chören und Opern der damaligen Zeit weitersingen konnten. Kastrierung bedeutet, daß man den unglücklichen Knaben die Hoden verstümmelte, so daß in der Pubertät keine Geschlechtshormone entstanden. Keiner dieser sogenannten „Eunuchen" entwickelte jemals Akne, weil sie niemals in die Pubertät kamen.

Bei normal entwickelten Jugendlichen wachsen die Talgdrüsen unter der Einwirkung von männlichen Geschlechtshormonen (Testosteron) stark an. Das Ausmaß dieses Wachstums wird von der familiären Anlage beeinflußt. Gelegentlich sieht man schon bei 8-9jährigen Mädchen einzelne Aknepusteln, obwohl sie erst einige Jahre später ihre erste Periode bekommen. Dies zeigt, wie langsam und schleichend sich die hormonellen Veränderungen der Pubertät vollziehen. Knaben leiden meist an viel schwererer Akne als junge Mädchen, aufgrund ihrer höheren Produktion von männlichen Hormonen. Häufig zeigt sich die Akne bei Mädchen nur als „unreine Haut". Schwarze oder weiße „Mitesser" sind nichts anderes als die vergrößerten Talgdrüsen (Komedonen), deren Inhalt sich aufgrund einer verstopften Porenöffnung nicht mehr entleert.

Diese nichtentzündlichen Pickel können von einer Kosmetikerin mit einer speziellen „Ausdrücktechnik" entfernt werden. Man sollte sich dieses Verfahren einmal demonstrieren lassen, um es auch zu Hause anwenden zu können. Eiterpusteln entstehen erst dann, wenn sich die ballonartig aufgetriebenen Komedonen entzünden, platzen und ihr Inhalt sich in die tieferen Hautschichten entleert. Oft platzen die Mitesser deshalb, weil unsachgemäß an ihnen herumgedrückt wird. Spezielle Hautbakterien (Propionibakterien) fördern ebenfalls die Bildung von Eiterbläschen. Akne ist allerdings eindeutig keine „einfache" bakterielle Infektion der Haut.

Entgegen der Meinung mancher Eltern und vieler Jugendlicher entsteht Akne nicht durch mangelhafte Hygiene. Es ist jedoch erwiesen, daß regelmäßige (nicht dagegen übertriebene) Gesichtswäschen mit „pH-neutralen" Syndets (pH etwa 5,5) statt Seife die Menge der Aknepusteln reduzieren kann. Eine allgemeingültige Akne-Diät existiert nicht. Bei einzelnen Menschen kann jedoch das Weglassen von Schokolade, süßer Limonade, Zucker, Schweinefleisch, Kartoffelchips oder anderer ungesunder Lebensmittel die Akne durchaus bessern, ohne daß man daraus allgemeine Diätvorschriften ableiten könnte. Sonne verschlimmert Akne zuweilen erheblich, aber ebenfalls nicht bei jedem. Es erscheint paradox, aber bestimmtes medizinisches UV-Licht in unserer Praxis kann nichtsdestotrotz eine Abheilung herbeiführen.

Zum Schminken sollten nur fettarme Kosmetika mit dem Aufdruck „nicht komedogen" verwendet werden. Bei ihnen ist das Risiko vermindert, daß sie die Akne verschlimmern. Zur Reinigung der Aknehaut eignen sich seifenfreie Waschsubstanzen. Reiben und Rubbeln beim Waschen ist verboten, genauso wie Ausdrücken einzelner Komedonen. Aggressive alkoholische Lösungen entfetten zwar die Aknehaut wirksam, können sie jedoch zu stark reizen und damit wiederum neue Pickel provozieren. Es gibt zahlreiche, gut wirksame Aknemedikamente, Gele, Cremes und Lotionen. Die frei verkäuflichen Aknemittel lindern bestenfalls einzelne Pusteln, schlimmstenfalls reizen sie die Haut. Die wichtigsten Akneheilmittel sind Benzoylperoxid, Antibiotika und Tretinoin (Vitamin-A-Säure). Manche dieser Aknemittel sind ohne Rezept in Apotheken erhältlich. Die meisten Aknemedikamente  beseitigen die obersten Hautzellschichten, was leider oft mit einer unvermeidbaren Rötung und Reizung der Haut einhergeht (auch bei rezeptfreien Mitteln). Die verborgenen Komedonen werden dadurch geöffnet, der Talg fließt ab, gesunde Zellen ersetzen die Akneveränderungen. Sehr häufig und mit gutem Erfolg werden Antibiotikatabletten gegen Akne verordnet. Wenn man diese Antibiotika gut verträgt, spricht nichts dagegen, sie in Abstimmung mit dem Hautarzt auch über längere Zeiträume einzunehmen. Sehr schweren Aknefällen bleibt die Behandlung mit Vitamin-A-Säure-Tabletten (Roaccutan) vorbehalten. Dieses Medikament ist äußerst wirksam, hat aber leider gewichtige Nebenwirkungen. Bei jungen Frauen wird der Hautarzt das Mittel nur in den schwierigsten Fällen verordnen, da während (und einige Monate nach) der Behandlung keinesfalls eine Schwangerschaft eintreten darf. Diese Tabletten sollten daher nur von Hautärzten verordnet werden. In vielen Fällen kann die Akne junger Frauen durch Verordnung der richtigen „Pille" fast vollständig eingedämmt werden. In diesem Alter ist es wichtig, daß der Hautarzt dabei eng mit dem Frauenarzt zusammenarbeitet. Darüber hinaus gibt es zahlreiche andere Behandlungsmethoden der Akne: kosmetische Entfernung der Komedonen, Wärmebestrahlung, èLasertherapie von Narben, Kortikoidinjektionen in große Zysten, verschiedene naturheilkundliche Behandlungsverfahren. Auch offene Gespräche über das eigene Aussehen und erste sexuelle Beziehungen können die Beschwerden deutlich bessern. Wer mit dem Ergebnis einer „konventionellen" Aknebehandlung unzufrieden ist, sollte den Hautarzt auf eines der genannten neuen Behandlungsverfahren ansprechen. Manchmal liegt der Mißerfolg der Behandlung auch nur darin begründet, daß die äußerliche Behandlung zu früh abgebrochen wurde - typischerweise deshalb, weil die Haut durch die Aknecreme gereizt war. Bevor man eine Behandlung abbricht und zum nächsten Arzt wechselt, sollte man zuerst ein Gespräch über die möglichen Ursachen des Mißerfolgs suchen.

Dr. med Dierk Steinmann | Viehmarktplatz 7| 54290 Trier | Fon: +49-(0)651 - 42 525 |e-mail: Öffnet ein Fenster zum Versenden der E-Mailhautarzt-trier(@)gmx.de
 we speak english  -   on parle français  -   parliamo Italiano  -   hablamos castellano
Kosmetisches Hautzentrum Trier